Arbeit in Zeiten von Corona

Arbeit in Zeiten von Corona – Risikopolitik und dynamisches Grenzmanagement von Arbeit unter Bedingungen von SARS-CoV-2 (WorkPanRisk)
Wie hat sich die Pandemie auf verschiedene Arbeitswirklichkeiten ausgewirkt? Wie konnte in körperlich betonten Arbeitsfeldern auf Distanz gearbeitet werden? Wie sieht das Neue Normal aus?
Im Projekt WorkPanRisk wurden die Auswirkungen der Coronapandemie auf Arbeitswelten aus verschiedenen Blickwinkeln erforscht. Der hier veröffentlichte Abschlussbericht des Projektes (2022-2024) umfasst den Forschungsrahmen, die Untersuchungsfelder und die zentralen Ergebnisse. Darüber hinaus wollen wir die zentralen Publikationen des Projekts vorstellen, die Erkenntnisse zum Vergleich verschiedener Arbeitsfelder und Länder beinhalten, sowie konzeptionelle Weiterentwicklungen.
Der erste Beitrag zeigt die sozialen Unterschiede zwischen Deutschland und Rumänien im Theaterbetrieb auf. Digitales Theater war in Rumänien während des Lockdowns notgedrungen kreativ, während deutsche Theaterschaffende sich aufgrund der relativ stabilen Coronafonds aussuchen konnten, ob sie Streamen wollten oder nicht.
Im zweiten Beitrag beleuchten wir die vielfältigen Probleme im Bereich der Softwareentwicklung während der Pandemie. Unsere empirischen Ergebnisse zeigen, dass Softwareentwickler in Deutschland und Indonesien die Fernarbeit auf deutlich unterschiedliche Weise erlebt haben – trotz gewisser Gemeinsamkeiten –, was zu paradoxen Ergebnissen und in gewissem Maße zu Ungleichheiten geführt hat. Gute Lösungen von Remote Work für bestimmte Gruppen von Arbeitenden waren wiederum ein Problem für andere Gruppen.
Der vierte Beitrag geht auf die Körperlichkeit von Arbeit ein, die unter Bedingungen der Coronakrise besonders hervortrat. Grenzziehungen zwischen Arbeit-Freizeit, aber auch zwischen Arbeitenden (was ist ein sicherer Abstand?) mussten neu gezogen werden.
In der Pandemie wurde Digitalisierung in vielen Arbeitsfeldern beschleunigt, jedoch später wieder abgebaut. Diese Bewegung von einigen Schritten vorwärts und wieder rückwärts fassen wir im Pilgerschrittmodell zusammen. Das Modell beschreibt, wie in widerständigen Arbeitsfeldern Innovationen wieder zurückgenommen werden.
Matzner, Nils; Stöhr, Markus (2026, in Vorbereitung): Two steps forward, one step back. The Pilgrim Step model for non-linear digitalisation in times of the pandemic.
Der Sammelband zu Agilität greift neuere Trends in der Arbeitsorganisation heraus und bezieht die Entwicklungen der Pandemie mit ein.
- Porschen-Hueck, Stephanie: Agile Frameworks als Formalisierungsinstrument und Widerspruchsgenerator in der Innovationsarbeit – neue Belastungen in der VUKA-Welt.
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Porschen-Hueck, Stephanie; Jungtäubl, Marc; Weihrich, Margit: Einleitung.
Projektpartner und Mitarbeiter:innen
Universität Hamburg
Sabine Maasen
Nils Matzner
Markus Stöhr
Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung – ISF München
Fritz Böhle
Stephanie Porschen-Hueck
Eckhard Heidling
Alexander Ziegler
- Dauer: 2021-2024
- Projektleitung: Prof. Dr. Sabine Maasen
- Drittmittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft