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Aktuelle Veröffentlichungen

Wie organisieren sich Universitäten im Wettbewerb?
Drei Archetypen organisationaler Akteurschaft
Der Beitrag „Archetypes of organizational actorhood in multiple competitions" von Jetta Frost, Luisa P. Overmeyer und Fabian Hattke wurde in der Zeitschrift Studies in Higher Education veröffentlicht.
Die Studie untersucht, wie sich Universitäten zu organisationalen Akteuren wandeln, wenn sie auf vielfältige Wettbewerbsdynamiken im Hochschulsystem reagieren. Auf Basis einer qualitativen Meta-Studie von 33 Fallstudien aus 13 Ländern entwickeln die Autor:innen einen empirisch fundierten Rahmen, der zeigt, wie neue Archetypen organisationaler Akteurschaft entstehen. Ihre konfigurationale Analyse identifiziert drei robuste Muster – adaptational, orchestrational und co-constructional –, die deutlich machen, dass es nicht den einen besten Weg gibt, wie Universitäten Akteurschaft ausgestalten. Vielmehr gehen die Befunde über eine bloße isomorphe Übernahme eines global dominanten institutionellen Modells ebenso hinaus wie über länderspezifische Eigenheiten nationaler Hochschulsysteme.
Frost, J., Overmeyer, L. P., & Hattke, F. (2026): Archetypes of organizational actorhood in multiple competitions. Studies in Higher Education, 1–18.
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Raus aus der Siloverwaltung.
Der Beitrag „Raus aus der Siloverwaltung" von Lena Lenz wurde in der zfo – Zeitschrift Führung + Organisation veröffentlicht. Die Studie widmet sich der Frage, unter welchen Bedingungen bereichsübergreifende Zusammenarbeit in der öffentlichen Verwaltung gelingt. In einer explorativen Interviewstudie wurden Mitarbeitende nach Positiv- und Negativbeispielen aus ihrem Arbeitsalltag befragt.
Die Ergebnisse zeigen einen klaren Befund: Die Interviews zeigen, dass die Zusammenarbeit immer dann gut gelingt, wenn sich die Mitarbeitenden psychologisch sicher fühlen. Der Beitrag schließt mit Empfehlungen, wie Führungskräfte psychologische Sicherheit schaffen können.
Lenz, L. (2025): Raus aus der Siloverwaltung. zfo – Zeitschrift Führung + Organisation, 94(3), 132–136.
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Do vulnerable citizens (really) perceive higher bureaucracy costs?
Testing a key claim of the administrative burden framework.
Der Beitrag „Do vulnerable citizens (really) perceive higher bureaucracy costs? Testing a key claim of the administrative burden framework" von Rick Vogel, Annika Dahlweg und Fabian Hattke wurde in der Zeitschrift Public Administration Review veröffentlicht. Die Studie überprüft eine zentrale Annahme des Administrative-Burden-Ansatzes: dass verletzliche Bürger:innen stärker unter bürokratischen Lasten leiden als andere. Auf Basis der deutschen Lebenslagenbefragung mit über 10.000 Verwaltungskontakten zeigt sich ein differenziertes Bild: Während sich die Annahme für psychologische Kosten wahrgenommener Diskriminierung bestätigt, berichten einige verletzliche Gruppen sogar von geringeren Lern- und Compliance-Kosten – möglicherweise, weil sie weniger Informationsquellen nutzen. Zudem sinkt die Toleranz gegenüber Belastungen mit jedem weiteren Verwaltungskontakt, und die Autor:innen weisen auf die bislang vernachlässigte Unterscheidung zwischen absoluter und relativer Belastung hin.
Vogel, R., Dahlweg, A., & Hattke, F. (2025): Do vulnerable citizens (really) perceive higher bureaucracy costs? Testing a key claim of the administrative burden framework. Public Administration Review, 85(4), 1098–1114.
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Bremst der deutsche Föderalismus kollektives Handeln in Krisenzeiten aus?
Der Beitrag “Collective action during the Covid-19 pandemic: The case of Germany’s fragmented authority” von Fabian Hattke und Helge Martin wurde in der Zeitschrift Administrative Theory & Praxis (ATP) veröffentlicht. Die Studie untersucht die Reaktion Deutschlands auf die erste Welle der COVID-19-Pandemie. Die Autoren zeigen, wie eine föderale Demokratie mit einem dezentralisierten öffentlichen Gesundheitswesen kollektive Handlungsfähigkeit erreicht hat. Dabei nutzen sie Erkenntnisse der Politischen Ökonomik, um die Dilemmata für koordiniertes, kooperatives und kollaboratives Handeln zu spezifizieren und Lösungen für das „Crisis Management Paradox“ zwischen Zentralität und Dezentralisierung aufzuzeigen.
Hattke, F. & Martin, H. (forthcoming): Collective Action during the COVID-19 Pandemic: The Case of Germany's Fragmented Aurhority. Administrative Theory & Praxis.
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Emotional Responses to Bureaucratic Red Tape
Dysfunktionale Bürokratie (engl. „bureaucratic red tape“) kann richtig nerven. Überbordende Formulare oder Anträge, die mit großem Zeitaufwand für Behörden und ähnliche Verwaltungen ausgefüllt und bearbeitet werden müssen, lösen bei Betroffenen negative Emotionen wie Verwirrung, Frustration und Wut aus. Dieses Phänomen haben Fabian Hattke, David Hensel und Janne Kalucza in einem Laborexperiment mit 136 Teilnehmer*innen genauer unter die Lupe genommen. Mithilfe eines Verfahrens zur Messung physiologischer Signale (Mimik, elektrodermale Aktivität und Herzfrequenz) untersuchten sie, inwieweit unterschiedliche Bedingungen wie verwaltungstechnische Verzögerungen, der Grad des Verwaltungsaufwands sowie Regeldysfunktionalitäten innerhalb eines bürokratischen Austauschs zwischen Bürger*innen und Staat emotionale Reaktionen auslösen.
Unter anderem fanden sie dabei heraus, dass, selbst wenn Bürger*innen die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit dieser bürokratischen Prozesse erläutert wurden, dies keinen abmildernden Effekt auf ihre negativen Emotionen hatte – auch nicht bei denjenigen, die die Prozesse für sinnvoll hielten. Emotionale Reaktionen auf Bürokratie scheinen also unabhängig von der Funktionalität der einzelnen Regel zu sein.
Dies könnte ein Hinweis für Mitarbeiter*innen des öffentlichen Sektors sein, dass negative emotionale Reaktionen der Bürger auf bürokratische Prozesse dazu führen, dass funktionale Regeln falsch, als dysfunktionale Bürokratie eingeschätzt werden, was wiederum Voreingenommenheit wahrscheinlicher macht. Es heißt somit, dagegen zu steuern, beispielsweise durch eine Verringerung des Verwaltungsaufwands.
Hattke, F., Hensel, D., & Kalucza, J. (2020): Emotional Responses to Bureaucratic Red Tape. Public Administration Review 80(1), 53-63.
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Hybride Agilität in Großunternehmen - von der Notwendigkeit des Entlernens
Der in der Zeitschrift Industrie 4.0 Management veröffentlichte Artikel von Marcel Volland beschäftigt sich mit der Frage, ob es Großunternehmen, die von trägen und oft dysfunktionalen Organisationsstrukturen geprägt sind, gelingen kann, die Methode des agilen Arbeitens auf die Entwicklung ihrer Produkte zu übertragen.
Volland, M. F. (2019): Hybride Agilität in Großunternehmen – Von der Notwendigkeit des Entlernens. Industrie 4.0 Management 35(2), 27-30.