Digitalisierte Kommunikation und Nachhaltigkeit
Digitale Kommunikation
und Nachhaltigkeit
Foto: UHH/Denstorf
27. Mai 2026

Foto: ICA-Logo Kapstadt 2026
Vom 4. bis zum 8. Juni 2026 findet in der Hauptstadt Südafrikas die jährliche Tagung der International Communication Association statt. Zwei Mitarbeiter:innen aus dem Team stellen hier ihre aktuelle Forschung in drei Vorträgen vor.
Laura Liebig präsentiert eine Studie mit dem Titel „Normative Ideals and Empirical Realities: Viewpoint Diversity in the Discourse on German Arms Deliveries to Ukraine“, die sie gemeinsam mit Katharina Kleinen-von Königslöw und Gregor Wiedemann durchgeführt hat. Die Studie analysiert auf Basis eines Korpus von Artikeln von 14 Leitmedien und einem LLM-basierten Verfahren die Standpunkte und die Standpunktdiversität. Die Ergebnisse zeigen eine ausgewogene Verteilung von befürwortenden und ablehnenden Standpunkten, jedoch eine geringe Vielfalt an Argumentationsrahmen. Dieses Muster deutet darauf hin, dass die deutschen Medien ein liberal-aggregatives Modell der Vielfalt verfolgten, bei dem die Koexistenz von Meinungen gegenüber einer deliberativen Auseinandersetzung mit konkurrierenden Interpretationen im Vordergrund stand. Trotz häufiger Behauptungen einer einheitlichen regierungsfreundlichen Voreingenommenheit deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass die Berichterstattung heterogener war, als Kritiker behaupteten. Sie weisen jedoch auch auf eine begrenzte argumentative Tiefe und eine Tendenz hin, bestehende politische Logiken zu reproduzieren.
Tim Schatto-Eckrodt stellt einen Auszug aus seiner Dissertation in einem Vortrag mit dem Titel “The Model of Conspiracy Theory Communication: A Communication Science Approach to the Conceptualization and Measurement of Conspiracy Theory Content” vor. Schatto-Eckrodt entwickelt hier ein theoretisches Modell und eine inhaltsanalytische Operationalisierung einer neuen Konzeption des Phänomens Verschwörungstheorien aus einer kommunikationswissenschaftlichen Perspektive.
Gemeinsam präsentieren Liebig und Schatto-Eckrodt die Ergebnisse eines Forschungsprojekts zur Nachrichtenselektion durch Large Language Models unter dem Vortragstitel “ChatGPT as a news recommender system: Measuring source types and diversity across different interfaces.” Gemeinsam mit Robert Geislinger, Eva Knor, Laura Laugwitz, Juliane Lischka, Michael Reiss, Nadja Schaetz, Justin Schröder, and Martin Semmann untersuchen die Forschenden die Nutzung von LLMs als news recommender und zeigen, dass obwohl Nutzende durch bestimmte Prompting-Strategien ein diverses Set von Nachrichtenquellen vorgeschlagen bekommen, die Qualität der Empfehlungen jedoch teilweise unter den journalistischen Standards bleibt.
Das Programm und weitere Informationen zur Tagung sind online einsehbar: https://www.icahdq.org/mpage/ICA26