"Jugend" um die Jahrtausendwende. Protest-, Pop- und demokratiegeschichtliche Überlegungen zur jüngsten Zeitgeschichte
Wann: Do, 15.10.2026, 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr
Wo: Universität Hamburg / Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Beim Schlump 83, 20144 Hamburg, Lesesaal
Jugendliche orientieren sich im Spannungsfeld zwischen jugendkulturell bedeutsamen globalen Dynamiken, regionalem und lokalem Engagement, für Umweltschutz und Räume, in denen sie sich kreativ entfalten können. Ihre Träume, Ängste und Freizeitgestaltung sind von Zeitumständen, Erziehungstraditionen sowie gesellschaftlichen Wandlungsprozessen geprägt. Was unterscheidet und verbindet die Lebenswelten junger Menschen in urbanen und ländlichen Umgebungen um die Jahrtausendwende von denen Jugendlicher aus vorangehenden Jahrzehnten?
„Die Zukunft“ sei „voller Unbekannter hinsichtlich der Entwicklung des Weltfriedens und der Lösung von Umweltproblemen“, hieß es 1989 in einem Jugendbericht; junge Menschen wüchsen „in einer völlig anderen Lebenswelt mit gänzlich anderen Grunderfahrungen“ auf als in den Jahrzehnten zuvor. Es gilt sozial und regional zu differenzieren, um facettenreiche Einblicke zu gewinnen, wie Jugendliche Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts ‚tickten‘.
Prof. Dr. Barbara Stambolis, Münster
Die Vorträge werden zusätzlich via Zoom übertragen. Der Link dazu wird kurzfristig auf der Website der Forschungsstelle bekannt gegeben
Öffentliche Vorlesung im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens
Pop, Protest und Privileg. Jugend seit den 1980er Jahren
"Jugend" beschreibt die Entwicklungsphase und das Leben junger Menschen zwischen Kindheit und Erwachsenenalter. Zugleich prägt der Begriff aber auch die gesellschaftliche Debatte über junge Leute. In der zeitgeschichtlichen Forschung galt Jugend lange Zeit als Avantgarde. Anhand des Alltags junger Menschen ließen sich gesellschaftlicher Wandel und die Pluralisierung von Lebensstilen nachvollziehen. In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre veränderte sich das Bild in Forschung und Öffentlichkeit, nun wurde Jugend zunehmend als unpolitisch, angepasst und ich-bezogen beschrieben. Doch stimmt das?
Die Vortragsreihe "Pop, Protest und Privilegien. Jugend seit den 1980er Jahren“ geht dieser Frage auf den Grund und untersucht den Wandel in der Wahrnehmung und Ausgestaltung jugendlicher Lebenswelten. Präsentiert werden aktuelle Forschungen und Fallbeispiele zu politischem Aktivismus, zur Situation von migrantischen Jugendlichen und den Privilegien junger Menschen aus reichen Elternhäusern.
donnerstags, 18:30 - 20:00 Uhr, Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Beim Schlump 83, Lesesaal
Koordination: PD Dr. Knud Andresen / Dr. Marcel Bois / Svea Gruber, M.A. / Maike Raap, Öffentlichkeitsarbeit, alle Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg