Forschungsbüro für soziale Innovation
soziale Innovation (ROSI)
Foto: UHH/Wohlfahrt
9. Juli 2026

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In einer Wohnunterkunft für Geflüchtete im Hamburger Osten entsteht mit R1SE – Social Innovation Hub ein neuer Ort: mit Co-Working, Bildungs- und Mentoring-Programmen, einem Media-Raum und einem Begegnungsort. Studierende des transdisziplinären, stadtsoziologischen Seminars bei Dr. Nina Perkowski haben über zwei Semester in Kooperation mit dem Projektteam von R1SE e.V. untersucht, wie das geplante Hub aus der Perspektive der Bewohner:innen wahrgenommen wird – und welche Bedingungen für Teilhabe wirklich zählen.
Ziel des Projekts R1SE – Social Innovation Hub ist es, den Bewohner:innen der Unterkunft für Geflüchtete eine Plattform zur Selbstverwirklichung und gesellschaftlichen Teilhabe zu bieten, gleichzeitig das Potenzial sozialer Unternehmen und der Zivilgesellschaft einzubinden. Das Hub versteht sich somit als Infrastrukturprojekt.
Die studentische Forschungsgruppe befragte junge Männer in der Wohnunterkunft zu ihrer Wahrnehmung sowie zu ihren Vorstellungen in Verbindung mit der Nutzung und Mitgestaltung gegenüber des R1SE-HUB. Dazu führten sie zwei Workshops unter Verwendung des Ketso-Toolkit durch und werteten die entstandenen Audioaufnahmen anhand qualitativer Methoden aus.
Einer der zentralen Befunde: Die Verhältnisse der Wohnunterkunft stehen im Vordergrund und bilden die Grundlage für die Vorstellungen und Erwartungen an das HUB. Aus den Gesprächen ging hervor, dass das Leben in der Unterkunft als überformt und reglementiert gelten kann. So hoben Teilnehmende bspw. beengte Räumlichkeiten, regulierten Zugang zu häuslichen Einrichtungen, Mangel an und Einschnitte in die persönliche Privatsphäre sowie mangelnde Qualität der vorhandenen Räume hervor. Diese Rahmenbedingungen prägen laut Analyse der Studierenden unter anderem die Anforderungen an die räumliche Gestaltung, Erwartungen an Mitbestimmung und Beteiligung sowie das soziale Miteinander.
Auf der gemeinsamen Ergebnispräsentation am 07. Juli 2026 in der Universität Hamburg diskutierten die Studierenden vorläufige Ergebnisse mit dem R1SE-Team und nahmen ihre Ideen und Gedanken für die Analyse mit, welche in der vorlesungsfreien Zeit abgeschlossen wird. Das Gesamtergebnis wird wiederum ko-kreativ mit R1SE besprochen, sodass Handlungsempfehlungen die Expertise aus der Praxis aufgreifen und einbeziehen können. Zusätzlich dazu folgt ein Abschlussevent in der Unterkunft gemeinsam mit den Bewohner:innen.
Zudem sollen die Ergebnisse der Studierenden auch in das Projekt „Männer machen Gesundheit“ von „Von Migrant:innen für Migrant:innen: Interkulturelle Gesundheit in Hamburg“ (MiMi) einfließen.
Die Ergebnisse der Forschungsgruppe werden im Herbst-Winter 2026 auf unserer Website geteilt.