Projektinhalt
Frauen in der Spitzenforschung
Eine Untersuchung zur Umsetzung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in den drei Förderlinien der Exzellenzinitiative
Die Spitzenforschung in Deutschland sucht gegenwärtig nach neuen tragfähigen Wegen, um ihre Position im internationalen Wettbewerb zu stärken. Ein Ansatz besteht darin, den verfügbaren Talentpool stärker auszuschöpfen, indem Frauen der Weg in wissenschaftliche Spitzenpositionen erleichtert wird. Bisher ist jedoch unklar, welche Maßnahmen und Konzepte sich dazu eignen, die Forschung als Arbeitsfeld für Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gleichermaßen attraktiv zu gestalten.
Die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Stärkung des Wissenschaftsstandorts Deutschland birgt ein großes Potenzial, den Frauenanteil in der Wissenschaft dauerhaft zu erhöhen. Bereits im Antragsverfahren der Exzellenzinitiative wurden die Hochschulen aufgefordert, Konzepte zur Nachwuchsförderung zu entwerfen und dabei überzeugend darzulegen, wie sie die Chancengleichheit von Frauen und Männern fördern werden. Es ist zu vermuten, dass im Rahmen der Exzellenzinitiative ein vielfältiges Repertoire an erfolgversprechenden Maßnahmen und innovativen Instrumenten entwickelt und erprobt wird, deren Ziel die Gleichstellung von Männern und Frauen in der Wissenschaft sowie die Erhöhung des Anteils hochqualifizierter Wissenschaftlerinnen in Spitzenpositionen ist.
Das Projekt „Frauen in der Spitzenforschung“ begleitet diesen Prozess wissenschaftlich. Dabei wird den teilnehmenden Einrichtungen konstruktive Unterstützung bei der Gleichstellungsförderung angeboten. Darüber hinaus werden die Erfahrungen im Rahmen der Exzellenzinitiative analytisch aufbereitet und allgemein verfügbar gemacht. Über einen Zeitraum von fünf Jahren begleitet das Projekt die Graduiertenschulen und Exzellenzcluster der ersten Bewilligungsrunde der Exzellenzinitiative. Auch die Zukunftskonzepte der Universitäten werden einbezogen. Die Untersuchung gliedert sich in zwei Phasen.
Ziele des Projekts
Bestandsaufnahme der im Rahmen der Exzellenzinitiative umgesetzten Gleichstellungsmaßnahmen.
Untersuchung der Faktoren, die innerhalb der Exzellenzinitiative die Chancengleichheit von Frauen und Männern direkt und indirekt beeinflussen.
Entwicklung von Instrumenten, die es Fördereinrichtungen und Gutachter/inne/n ermöglichen, Gleichstellungsaspekte in Wissenschaft und Forschung zu bewerten.
Entwicklung von Handlungsansätzen für die Zukunft, die es Hochschulen erlauben, ihre Wettbewerbsfähigkeit unter dem Gesichtspunkt der Ausschöpfung aller Potentiale in der Spitzenforschung auszubauen
Die
erste Phase, die sich auf eine Bestandsaufnahme der Gleichstellungskonzepte in der Exzellenzinitiative konzentrierte, ist bereits abgeschlossen. Die Ergebnisse dieses Projektabschnitts wurden den teilnehmenden Exzellenzeinrichtungen in einem Zwischenbericht vorgestellt (
Zusammenfassung online abrufbar). Teilgenommen haben 18 Graduirtenschulen (von 39) und 17 Exzellenzcluster (von 37).Ein abschließender Workshop zur ersten Untersuchungsphase fand im März 2009 in Frankfurt statt.
In der laufenden
zweiten Phase arbeiten wir mit ausgewählten Exzellenzeinrichtungen zusammen, um einige Aspekte des Themas „Frauen in der Spitzenforschung“ vertiefend zu analysieren. Inhaltlich knüpft das Forschungsvorhaben auf vielfältige Weise an bisherige Erkenntnisse der Geschlechter- und Wissenschaftsforschung an, die sich mit den Bedingungen für erfolgreiche Karriereverläufe von Frauen in der Wissenschaft sowie von Frauen in Spitzenpositionen beschäftigen. In dieser Phase beteiligen sich 15 Graduiertenschulen, 12 Exzellenzcluster sowie 5 Zukunftskonzepte. Die empirische Umsetzung trägt der Komplexität des Forschungsgegenstands durch eine Kombination verschiedener qualitativer und quantitativer Methoden Rechnung. Es kommen folgende Verfahren zum Einsatz:
- standardisierte Erhebungen per Fragebogen
- Netzwerkanalyse
- Ethnographie
- Inhaltsanalyse teilstandardisierter Interviews
Angesiedelt ist das Vorhaben am Centrum für Globalisierung und Governance der Universität Hamburg. Die fachlichen Schwerpunkte der drei Antragstellerinnen spiegeln den interdisziplinären Ansatz des Projektes wider. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei der Soziologin Prof. Dr. Anita Engels. In beratender Funktion sind außerdem die Sozialpsychologin Prof. Dr. Gabriele Löschper, Dekanin der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Hamburg, sowie in der Vergangenheit die Biochemikerin Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrike Beisiegel, Präsidentin der Georg-August-Universität Göttingen. Die Planung und Durchführung der Untersuchung erfolgt in Abstimmung mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Wissenschaftsrat.
Diese Informationen als PDF-Dokument:
Kurzinfo (400kb)




