2. Erhebungsphase

Zweite Phase -- vertiefende Untersuchungen


I
n der zweiten Projektphase arbeiten wir vertiefend mit ausgewählten Exzellenzeinrichtungen. Dabei geht es nicht um eine Evaluation der Umsetzung von Gleichstellungsmaßnahmen, sondern um eine forschende Begleitung, um am Beispiel unterschiedlicher Disziplinen die jeweiligen Gründe für Unterrepräsentanz und die Möglichkeiten zum Abbau dieser Ungleichheitsstrukturen in der Spitzenforschung zu untersuchen. Das Projekt knüpft dabei an den bisherigen Forschungsstand der Geschlechter- und der Wissenschaftsforschung an und versucht durch eine Verbindung von quantitativen Befragungen, ethnographischen Fallstudien, bibliometrischen Verfahren und Netzwerkanalysen einen komplexen Zugang zur Thematik zu erschließen.

An dieser Untersuchungsphase beteiligen sich insgesamt 27 Exzellenzcluster und Graduier­ten­schulen sowie fünf Hochschulen mit ihrem Zukunftskonzept. Die zweite Projektphase hat im Frühjahr 2009 begonnen und erstreckt sich bis zum Ende der Projekt­laufzeit im November 2012. Im Mai 2011 ist den teilnehmenden Einrichtungen ein Bericht zugegangen, in dem die ersten Ergebnisse der zweiten Phase gezielt (und exklusiv) für die Graduiertenschulen und Exzellenz­­cluster aufbereitet wurden. Die Untersuchungen sind im Einzelnen:

 

Teiluntersuchungen für alle beteiligten Exzellenzcluster u. Graduiertenschulen


Fragebogen „Wege in die Spitzenforschung“

Im Januar und Februar 2011 erfolgte eine Online-Befragung aller wissenschaftlichen Mitglieder der beteiligten Exzellenzeinrichtung. Über 50% der Mitglieder haben den Fragebogen zu Karrierefaktoren in der Wissenschaft ausgefüllt (1.838 vollständige Fragebögen).

Folgebefragung „Bestandsaufnahme zur Umsetzung der Gleichstellungskonzepte“

Im Jahr 2008 hat das Projekt „Frauen in der Spitzenforschung“ erfasst, was sich die Exzellenz­einrichtungen im Bereich Gleichstellung vorgenommen haben und wie sich die Erfahrungen hierzu gestalteten. Im Frühjahr 2011 erfolgte ein „Update“ dieser Bestandsaufnahme, das die aktuelle Bandbreite an Gleichstellungsmaßnahmen der Graduiertenschulen und Exzellenz­cluster aufzeigt. Hierzu wurden i.d.R. je zwei telefonische Interviews mit Vertreter/innen der Exzellenzeinrichtungen geführt.

Teiluntersuchung „Publikationsverhalten“

Zahlreiche, überwiegend quantitative Studien beschäftigen sich damit, wie und wie viel publiziert wird, inwieweit dies den Karriereweg beeinflusst und ob Männer und Frauen sich hierin unterscheiden. Es werden Interviews mit Pricipal Investigators hierzu geführt. Diese Teiluntersuchung wird Anfang 2012 durchgeführt. grafik linkWeitere Informationen zur Teiluntersuchung "Publikationsverhalten" finden Sie hier.

Frauenanteile in der Exzellenzinitiative

Alle teilnehmenden Exzellenzeinrichtungen haben uns zwischen August 2009 und März 2010 Mitglieder­listen zur Verfügung gestellt. Diese Listen enthalten nicht nur die aus Exzellenzmit­teln finanzierten wissen­schaftlichen Stellen, sondern alle wissenschaftlichen Mitglieder der jeweiligen Einrichtung. Auf dieser Grundlage haben wir Frauenanteile für drei verschiedene Statusgruppen berechnet und zudem Vergleichsdaten aufbereitet.

 

Weitere Teiluntersuchungen (ausgewählte Einrichtungen)


Teiluntersuchung „Netzwerke“ (11 Exzellenzcluster u. Graduiertenschulen)

Die Netzwerkbefragung besteht aus einer quantitativen Erhebung der wissenschaftlichen Kontakte innerhalb der Gruppe der PIs sowie ergänzenden Interviews. Für den quantitativen Teil haben im Frühjahr 2010 insgesamt 263 PIs aus elf Einrichtungen einen Fragebogen vollständig ausgefüllt. Ergänzende Interviews folgen ab Herbst 2011.

Teiluntersuchung „Qualitative Fallanalysen“ (4 Exzellenzcluster u. Graduiertenschulen)

Das qualitative Teilprojekt beschäftigt sich mit dem Alltag und dem Wissenschaftsverständnis der an der Exzellenzinitiative beteiligten Akteur/innen. Die Datenerhebung wird in insgesamt vier Graduiertenschulen und Exzellenzclustern aus allen Wissenschaftsbereichen durchgeführt. Es kommen Methoden ethnogra­phischer Feldforschung, qualitative Einzelinterviews sowie Gruppen­gespräche zum Einsatz. Außerdem wurden spezielle Onlinetagebücher entwickelt, um den beruf­lichen Alltag von Nachwuchswissenschaft­ler/innen nachvollziehen zu können. Eine Erhebungsphase erstreckte sich von Sommer 2009 bis Winter 2010, eine weitere folgt im Winter 2011.

Teiluntersuchung „Zukunftskonzepte“ (5 Hochschulen mit Zukunftskonzept)

­Die Hochschulen der 3. Förderlinie haben Möglichkeiten der strukturellen Veränderung, die über die Möglichkeiten einzelner Cluster und Graduiertenschulen hinausgehen. Für diese Teiluntersu­chung wurden an fünf (von neun) Hochschulen mit Zukunftskonzept strukturierte Leitfadeninter­views durchgeführt (April bis Oktober 2010). Die Hochschulen haben Anfang 2011 einen individuel­len Feedbackbericht erhalten.