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Werbung an der UHH

Werbung an der Universität Hamburg: Stellungnahme des FSR Sozialwissenschaften

STiNE macht Werbung
Werbung in STiNE? Wundervoll!
STiNE macht Werbung - so fand man es
Werbung wichtiger als Hilfe? Das gibt's nur in STiNE!
STiNE macht Werbung - so findet man es jetzt
Werbung so wichtig wie die Prüfungsordnung? Auch das nur dank STiNE!
STiNE macht Werbung - allem Neusprech zum Trotz
Keine Werbung mehr? Pustekuchen! Nach Kritik jetzt mit angeblich erklärendem Text...

Im Folgenden geben wir eine von uns im Mai 2008 verfasste Erklärung wieder, die von verschiedenen Seiten breite Zustimmung erfahren und bisher nicht an Aktualität verloren hat:

 

Werbung an der Universität Hamburg: Stellungnahme des FSR Sozialwissenschaften

An das Präsidium der Universität Hamburg

– den Mitglieder des Akademischen Senats, dem Allgemeinen Studierendenausschuss, den Mitglieder des Studierendenparlaments und den Fachschaftsräten der Universität Hamburg  zur Kenntnis –


Im Folgenden möchten wir Stellung beziehen in der jüngst an verschiedenen Stellen verstärkt geführten Diskussion zum Thema Werbung an der Universität Hamburg. Die zuletzt entstandene Debatte entzündete sich an der Anbringung eines Verweises in STiNE/CampusNet, der mit der Bezeichnung „Microsoft Office kaufen“ Benutzern und Benutzerinnen des Studien-Verwaltungssystems das Angebot unterbreitet, Microsofts Office-Paket zu vergünstigten Konditionen erwerben zu können.

Auch wir sehen mit diesem virtuellen Schritt eine neue Qualität der Werbung an der Universität Hamburg erreicht. Die Benutzung von STiNE/CampusNet ist für immer mehr an der Universität Hamburg Lehrende und Studierende obligatorisch und das System so ein optimaler Platz für Firmen, Produkte adäquat zu bewerben. Der Verweis auf eine Software-Offerte ist in diesem Kontext nicht einfach ein Angebot an Studierende: STiNE/CampusNet basiert auf Microsoft-Server-Technologie und soll in einem weiteren Schritt an die Bedienung per Microsoft Office 2007 angebunden werden. Die Logik von Microsoft, schon vorher mit „vergünstigten Angeboten“ Studierende auf das eigene Produkt festzulegen, ist marketingtechnisch sicher ein Clou. Wir, Studierende der Universität Hamburg, wehren uns aber dagegen, auf unsere Konsumentenfunktion reduziert zu werden.

Denn auch ohne diese neue Qualität des product placement ist das „Tor zur Wissenschaft“, die Universität Hamburg, schon zu sehr Gegenstand einer nicht vertretbaren Finanzierungsweise unserer Bildung und unserer Wissenschaften geworden. Täglich werden wir mit Sonderofferten konfrontiert – O2 in der Mensa, der Geldautomat der Hamburger Sparkasse im Mensaeingang, E-Plus/Base auf dem Campus, allmax im eigenen Unishop, die Süddeutsche Zeitung vor dem Unigebäude für zwei Wochen kostenlos abonniert, das Konto der Deutschen Bank eben vor Seminarbeginn eröffnet – die Liste ist beliebig fortführbar. Dabei scheinen Qualität und die ethische Verantwortung der anpreisenden Unternehmen nicht von Relevanz, die Universität Hamburg nimmt jedes Geld.

Wir haben den Eindruck, dass diese Entwicklung bisher von studentischer Seite nicht deutlich genug thematisiert worden ist: Zu allem Überfluss haben sich studentische Vertreter in der letzten Sitzung des Akademischen Senats positiv über das „Angebot“ verbilligter Microsoft-Produkte in STiNE/CampusNet geäußert.

Diese Meinung ist nicht unsere Position. Die Anbringung eines solchen Verweises ist die direkte Empfehlung, welche Studierenden die freie Entscheidung erschwert. Verschiedene kartellrechtliche Entscheidungen der Europäischen Union zeigen, dass Microsoft nicht einfach irgendein Software-Produzent ist, sondern einer, der in den meisten seiner Geschäftsfelder eine Monopolstellung innehat. Für Studierende kostenlos erhältliche Konkurrenzprodukte wie StarOffice oder immer kostenlose Open-Source-Alternativen zu Microsoft wie OpenOffice.org werden nicht verlinkt. Auf Kritik aus studentischen Reihen kommen von Seiten des Präsidiums abwiegelnden Antworten: Das Regionalen Rechenzentrum unterhalte auch Internetseiten mit Vergünstigungen. Es ist unseres Erachtens nicht begründbar, dass das Microsoft-Angebot nicht an derselben Stelle untergebracht wird. Dann wird noch verkündet, es seien für kostenfreie Open-Source-Produkte „keine studentischen Sonderofferten bekannt“ (Vizepräsident Prof. Dr.-Ing. Hans Siegfried Stiehl, 25. April 2008). Da fragen wir uns – wie denn? Welche Vergünstigung soll es für kostenlose Produkte denn bitte geben?

Wir fordern hiermit die verantwortlichen Stellen dazu auf, endlich Maßnahmen zu ergreifen, die die alltägliche Ökonomisierung des öffentlichen Raumes Universität beenden. Im vorliegenden Fall gehört dazu mindestens:

» Entfernen der Microsoft-Werbung aus STiNE/CampusNet
» Unterbinden neuer (virtueller) Werbung über Kommunikationskanäle der UHH
» Entfernung der Werbetafeln aus den Mensen des Studierendenwerkes
» Reduzierung des täglichen Werbeaufkommens auf dem Campus

 

Auch im Blog der Regebogen-Liste wurde das Ganze verfolgt:

 

 

Downloads zum Thema

FSRSozWiss_WerbungUHH.pdf

PDF-Version der obenstehenden Erklärung