Antwort des Audimax zur Erklärung des Präsidiums

07. Dez. 2009 10:00
Von: Jonas Henze

Heute haben die Audimax-Besetzer_innen eine Antwort auf das Schreiben des Präsidiums aus der vergangenen Woche veröffentlicht. Hier euch zur Kenntnis:

Liebe Studierende der Universität Hamburg,
letzte Woche verschickte das Präsidium einen Brief über STINE, in dem zum Ausdruck kam, dass unsere Besetzung des Audimax nun ein Ende haben solle.
Natürlich können wir dieser Bitte nicht einfach Folge leisten, da unsere Besetzung einem konkreten politischen Ziel dient und bis jetzt keinen Zentimeter auf unsere Forderungen zugegangen wurde. Da bis jetzt kein fruchtbarer Dialog zustande kam, entschlossen sich die Besetzenden dem Präsidium konkrete Forderungen zu unterbreiten, mit deren Erfüllung eine Freigabe der Hörsäle verknüpft ist. Uns ist klar, dass unser gesamter Forderungskatalog (mit Zielen wie der Abschaffung der Studiengebühren und einer grundlegenden Demokratisierung der Universität) unmöglich alleine vom Präsidium oder dem Akademischen Senat in kurzer Zeit umzusetzen ist, deswegen haben wir uns auf Forderungen geeinigt, welche kurzfristig von universitären Gremien verwirklicht werden können.

Unsere Forderungen im Einzelnen:

  1. Das Präsidium befürwortet die Versendung eines Briefes der Besetzenden an alle Studierenden via STiNE.
  2. Sämtliche Mahn-, Vollstreckungs- und Exmatrikulationsverfahren gegen Studierende, die Studiengebühren bzw. Widerspruchsgebühren nicht bezahlt haben, sind sofort einzustellen.
  3. Das Präsidium muss zu einer universitätsweiten und hochschulöffentlichen Studienreformkonferenz innerhalb des Wintersemesters einladen. An die Stelle der geplanten intransparenten „Reform der Reform“ von oben beginnt die Universität Hamburg damit eine demokratische Studienreform.
  4. Das Präsidium setzt sich aktiv für eine sofortige Außerkraftsetzung der Anwesenheitspflicht ein.
  5. Das Präsidium erklärt, die zum 01.01.2010 in Kraft tretende Lehrverpflichtungsverordnung (LVVO) nicht umzusetzen und sich bei der Behörde für Wissenschaft und Forschung (BWF) für deren Revision einzusetzen.
  6. Das Präsidium beantragt im Akademischen Senat den sofortigen Ausstieg der Universität aus allen CHE-/Bertelsmann-Hochschulrankings.
  7. Das Präsidium veröffentlicht auch die nicht-öffentlichen Teile aller Protokolle des Akademischen Senats zur „Bestätigung“ des designierten Uni-Präsidenten. (Namen und persönliche Daten können geschwärzt werden.)
  8. Das Präsidium veröffentlicht die Protokolle der Sitzungen des Hochschulrats.
  9. Das Präsidium setzt sich bei der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) gegen Räumungen und andere restriktive Aktionen von Hochschulleitungen gegen Studierende ein und erklärt dies öffentlich.
  10. Das Präsidium bewilligt die dauerhafte Nutzung und den Ausbau des stillgelegten Raums im Keller des Audimax für studentische Aktivitäten und verständigt sich darüber mit den Besetzer_innen.


Wir erwarten vom Präsidium bis spätestens zum 17.12., 18:00 (nach der Sitzung des Akademischen Senats) eine konstruktive Antwort. Am selbigen Abend treffen wir uns um 19:00 im Audimax I, um zu erörtern, ob die Antwort der Universität einen hinreichenden Grund bietet die Hörsäle des Audimax wieder freizugeben.
Wir laden Euch herzlich ein an dieser Debatte teilzunehmen und Euch einzubringen!

Es grüßt das Audimax Hamburg!"

Quelle: http://hamburgbrennt.blogspot.com/2009/12/forderungen-der-besetzerinnen-ans-uni.html