Facebook regiert die Welt?

Über 500 Millionen Menschen verfügen weltweit über ein Facebook-Profil. Tendenz steigend. Wer heutzutage nicht bei Facebook registriert ist, ist schon fast ein Außenseiter. Trotzdem gibt es Menschen, die dem Facebook-Boom entgegentreten. Das Offenlegen von Daten, Zeitverlust und das Wecken einer absoluten Neugier gehören unter anderem zu den Bedenken der Facebook-Gegner. Aussteiger und Verweigerer berichten. 

Die Gespräche führte Maike Döhling

Tilmy, 28, AStA-VorstandTilmy, 28, Student und AStA-Vorstand HAW: „Facebook ist eine Datenkrake“ [mehr]

 

Can, 28, SchauspielerCan, 28, Schauspieler: „Ich habe mich auf Facebook umgebracht“ [mehr]

 

Patricia, 27, SchauspielerinPatricia, 27, Schauspielerin, Trainerin und Mutter: „Facebook ist psychische Manipulation“ [mehr]

 

Noura, 29, JuristinNoura, 29, Juristin: „Facebook ist eine Partnerbörse“ [mehr]

 

Ein Leben auf Facebook? - Vier Stimmen, eine Meinung: nein danke!

„The age of privacy is over“, so die Meinung von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in seinem Interview mit TechCrunch-Gründer Michael Arrington. Gegen diesen Trend stellen sich die vier Facebook-Verweigerer in den Interviews. Die Offenlegung der eigenen Daten zugunsten der Erstellung von Profilen schreckt sie ab. Noch mehr, dass die Werbeindustrie davon profitiert.

Trotzdem ist die berufliche Nutzung von Facebook für den AStA-Vorstand Tilmy relevant. In seiner politischen Arbeit profitiert er von der Geschwindigkeit, mit der Veranstaltungen und Demos an die Masse verbreitet werden können. Auch der Schauspieler Can und die Juristin Noura geben zu, dass Facebook für politisch Aktive und für Künstler sinnvoll ist.

Für Privatpersonen sieht jedoch keiner der Interviewten einen Sinn in den Facebook-Aktivitäten. Sie kritisieren die Banalität, die in den Small Talks auf Facebook herrscht. Außerdem führe die Teilnahme an diesen "Gesprächen" und Applikationen zu Zeitverlust, Abhängigkeit und einem künstlich herbeigeführten Gefühl der Zugehörigkeit, von dem Noura bis heute nicht versteht, "wozu sie eigentlich nicht dazu gehört". "Psychische Manipulation" nennt Patricia dieses Phänomen. Dazu kommen laut Noura die Eifersucht und dauernde Neugier, die zu unnötigen Streitereien führten und das Leben in der Partnerschaft verkomplizieren könnten.

Kontaktpflege vor allem mit (geografisch) entfernten Freunden und Bekannten sei schwieriger, geben alle Verweigerer zu. Trotzdem ist das für alle vier kein Grund, bei Facebook angemeldet zu sein. Die Personen, die ihnen wichtig seien, könnten sie auch anders kontaktieren, sei es per Telefon, Skype oder E-Mail, sagen alle vier Interviewpartner übereinstimmend.