Facebook-Strategien: Business oder Happiness

Warum, weshalb und wie nutzen Menschen Facebook? Verwenden die User bestimmte Strategien - soziale oder professionelle? Fünf Facebook-Mitglieder geben Einblick in ihr persönliches Nutzungsverhalten.

Von Salome Kasradze

Am Anfang, 2004, war Facebook ein Studentenkommunikationsmittel für die  Universität Harvard. Die Entwicklung verlief aber so rasant, dass Studenten schon im Jahre 2006 diese Plattform weltweit nutzen konnten. Der Anteil der Facebook-User ist auch in Deutschland sehr groß. 47 % aller Internetnutzer sind auf Facebook registriert und verfügen über ein eigenes Profil.

Es ist sehr interessant und faszinierend, warum die Menschen Facebook so stark und intensiv nutzen. Was zieht sie an dieser Plattform an? Befolgen die User bestimmte Nutzungsstrategien? Ist die Nutzung von individuellen Interessen, Bildung oder sozialer Umgebung abhängig?

Fünf Facebook-User geben Auskunft über ihre verschiedenen Vorgehensweisen und ihr Meinungen über das Portal.

Nur für die Uni

Tom R.,22, Maschinenbau-Management: „Facebook nutze ich nur für die Uni. Ich verabrede mich dort mit Leuten, tausche Nachrichten und Informationen aus. Jeder von meinen Kommilitonen hat ein Facebook-Profil. Es ist einfach leichter, schneller und kostengünstiger für uns, über Facebook zu kommunizieren. Unsere ständige Kommunikationsmöglichkeit verstärken Smartphones, die schon die meisten besitzen. Ich selbst verfolge nie allgemeine aktuelle Ereignisse. Habe keine Fotos und Videos von mir hochgeladen und bin sogar mit einem falschen Namen angemeldet. Denn auf meinen Datenschutz achte ich besonders. Mit echten Freunden habe ich nur per Telefon Kontakt, denn ich finde Facebook ist nichts dafür.“

 

Facebook als Partnerbörse

Lena K. ist seit fünf Monaten auf Facebook. Sie ist 35 Jahre und arbeitet als Krankenschwester. Nachdem ihre gute Freundin durch Facebook einen Partner gefunden hatte, hat sie sich ebenfalls dazu entschlossen, ein Facebook-Profil anzulegen. Sie ist mit echtem Namen angemeldet. Sie habe viel zu viel private Fotos von sich auf Facebook, sagt sie selbst. Ihre Nutzungsstrategie? Mit jedem interessanten männlichen Kontakt Freundschaften zu schließen. Für sie ist Facebook so ein Art Partnerbörse. Ihre tägliche Aufenthaltszeit auf Facebook schätzt sie als „wenig“ ein: circa 30 Minuten pro Tag.

 

 Karrierestart auf Facebook

Für Silvia M., 25, bietet Facebook eine Selbstdarstellungsmöglichkeit. Als Schauspielerin ist es ihr Lebens- und Karriereziel, weltweit bekannt zu werden. Dafür lässt sie keine Chance aus. Ihrer Meinung nach bietet Facebook ihr dafür die perfekte Möglichkeit. Zurzeit ist sie arbeitslos und verbringt viel Zeit auf Facebook, postet und kommentiert viel. „Täglich bin ich mindestens anderthalb Stunden auf Facebook. Es ist mir wichtig, den Menschen meine Fotos und Videos zu präsentieren und Kommentare zu schreiben. Ich muss immer auf dem aktuellen Stand der Geschehnisse sein, um immer neue Ideen und Gedankengänge zu entwickeln. Zu ihren Facebook-Freunden zählen 600 Menschen, und die Zahl der Freunde wächst täglich weiter.

 

Familie, Heimatweh und Freunde 



Die Chemiestudentin Luisa B., 22, nutzt Facebook nur, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Sie kommt aus Spanien und ist Studentin an der Universität Hamburg. „Ich benutze Facebook oft den ganzen Tag. Es ist für mich einfach wichtig, mit meinen Freunden immer in Kontakt zu bleiben.“ Ein Grund dafür liegt natürlich darin, dass sie so weit weg von zu Hause ist. „Ich habe immer Sehnsucht nach meinem Heimatland, nach Freunden und Verwandten. Außerdem ist Facebook für mich in Deutschland auch eine gute Möglichkeit, mit meinen deutschen Freunden Kontakt zu halten. Dort organisieren wir unter anderem Partys, Ausflüge oder Veranstaltungen.“ Aber sie achtet auf den Schutz ihrer Daten. „Meine Facebook-Seite halte ich so gut wie möglich geschützt,“ sagt Luisa. „Die privaten Fotos und Videos möchte ich nicht jedem zeigen.“

 

  Fußballleben auf Facebook  




Christian D. ,23, Sportwissenschaft, hält Facebook für eine sehr gefährliche Onlineplattform. Er ist der Meinung, dass der Datenschutz auf Facebook nicht ausreicht. Er verhalte sich deswegen sehr vorsichtig, erklärt er, und beachte die Feinheiten der Privatsphäre-Einstellungen. Um seinen echten Namen nicht bekannt zu geben, hat er mit einem Spitznamen angemeldet. Der Grund, warum er Facebook trotz seines großen Misstrauens benutzt, ist einfach: Er hält dadurch Kontakte zu den Fußballfans und mit seinen Lieblingsmannschaften. Er erzählt, dass er sogar zwei von seinen Lieblingsfußballern in der Freundschaftsliste hat. Es macht ihm großem Spaß, auf diese Weise mit den Fußballern und Fußballfans Kontakt zu halten und immer aktuelle Nachrichten der Mannschaften zu bekommen. Er postet viel über das Thema Fußball und ist der Gründer von zwei Fan-Gruppen zu seinen Lieblingsfußballern.