Fragen und Antworten: Ein Ratgeber für den richtigen Internetauftritt

Dich selbst vermarkten oder vorhandene Einträge löschen lassen. Du hast in der Hand, deinen Ruf so gut es geht zu schützen. Hier findest du einen Ratgeber, der dir hilft, das Internet effizient zu nutzen und dich vor Negativschlagzeilen zu schützen.

Von Jana Kim Köhler

Ein digitales Profil haben wir alle, sobald wir im Netz unterwegs sind. Aber dennoch sollte man nicht alles einfach hinnehmen im World Wide Web. Jeder hat die Möglichkeit, sein digitales Profil zu verändern. Den meisten Usern stellt sich hier aber die Frage: „Wie mache ich das?“ Wir haben Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammengestellt.

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Woher weiß ich, was über mich im Internet steht?

Google dich: Wer wissen möchte, was über sich im Netz steht, muss seinen Namen bei verschiedenen Suchmaschinen wie Google oder Bing eingeben. Die Ergebnisse sollten dann sorgfältig gelesen werden. Achte darauf, nicht nur die ersten Einträge zu untersuchen.

Wer bei Social Networks angemeldet ist, sollte auch dort über das Suchfenster recherchieren – denn es kann durchaus sein, dass ein gefälschtes Profil von dir existiert.

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Kann mir durch ein schlechtes digitales Profil ein Schaden entstehen?

Ja: Letztendlich kommt es darauf an, ob dein digitales Profil für jemanden von Bedeutung beziehungsweise relevant ist. Unternehmen prüfen ihre Bewerber mit Hilfe von Suchmaschinen. Dabei kann das eine oder andere Foto von einer Party auch mal negativ auffallen - und die Chance auf eine Einstellung ist dahin. Zwar ist es rechtlich nicht gestattet, potentielle Arbeitnehmer aufgrund eines negativen digitalen Profils nicht einzustellen, die Praxis sieht aber anders aus und ist nicht nachweisbar. Denn der Arbeitgeber muss die Gründe für eine Absage nicht angeben.

Geht es um den Ruf im persönlichen Umfeld, dann muss nicht unbedingt ein Schaden entstehen. Ungünstige Fotos können Freunden und Bekannten erklärt werden. Dennoch sollten solche Einträge nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Am Ende entscheidest du, ob du in deinem Internetprofil eine Gefahr siehst. Wichtig ist nur, dass mögliche Konsequenzen bekannt sind und dementsprechend reagiert werden kann.

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Was mache ich, wenn ich ein negatives digitales Profil habe?

Verschönern: Prüfe die Richtigkeit der Informationen und wer sie ins Netz gestellt hat. Wenn du es warst: Löschen. Wenn es Freunde waren: Bitte sie, die Einträge wieder zu entfernen. Solltest du einen Beitrag mit unrechtmäßig veröffentlichten Daten finden, gibt es mehrere Möglichkeiten dagegen vorzugehen (siehe nachfolgende Frage).

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Kann ich Interneteinträge löschen?

In der Regel ja: Immer mehr Firmen spezialisieren sich auf das Löschen von Interneteinträgen. Die Firma ReputationDefender hilft laut Bild.de und Welt Online Usern, digitale Profile aufzuräumen. Auch deutsche Firmen wie beispielsweise Web-killer.de beschäftigen sich mit diesem Thema. Diese Dienste sind jedoch nicht kostenfrei.

Da es scheinbar unendlich viele Websites dieser Art gibt, kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass sich auch schwarze Schafe unter ihnen befinden. Die beiden ausgewählten Websites haben in Test- und Erfahrungsberichten jedoch positiv abgeschnitten.

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Können unrechtmäßig veröffentlichte Daten von mir wieder gelöscht werden?

Ja: Du solltest dann sofort aktiv werden. Jede Website hat einen Webmaster, der die Einträge auf der Seite kontrollieren kann. Der Namen steht im Impressum. Es gibt zwei Wege: Den Webmaster entweder selbst zum Löschen des Eintrages auffordern oder - wenn das nicht erfolgt - einen Datenschutz-Experten beziehungsweise Rechtsanwalt beauftragen. Aber: Das Einschalten eines Anwalts kann unterschiedlich hohe Kosten verursachen, deshalb im Vorfelde sorgfältig informieren.

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Wer kann mein digitales Profil „bearbeiten“?

Jeder: Du bist nicht der Einzige, der dein digitales Profil bearbeiten und verändern kann. Oft stellen Freunde oder Bekannte Fotos und andere Daten von dir ins Netz, ohne vorher abzuwägen, wie die Bilder oder Informationen wirken. Es liegt also bei dir, deine Freunde aufzuklären und sie zu bitten, keine - oder gegebenenfalls nur ausgewählte Bilder - von dir im Internet zu veröffentlichen.

Auch Fremde können Informationen über dich ins Netz bringen, denn das Internet ist für jeden zugänglich. Auch hier gilt also, regelmäßig den eigenen Namen in Suchmaschinen eingeben und Einträge überprüfen. Und wichtig ist natürlich, die Privacy-Einstellungen bei den sozialen Netzwerken genau prüfen. Hilfreiche Tipps, wie du beispielsweise bei Facebook Sicherheitseinstellungen vornehmen kannst, findest du hier.

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Inwieweit macht die Kombination von Daten mich auffindbar?

Das kann schneller passieren als meist angenommen: Sobald deine Adresse im Netz ist, bist du natürlich auffindbar. Aber auch weniger Informationen können wissbegierige Surfer auf deine Fährte bringen. E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Geburtstag oder -ort und viele andere Einzelinformationen können kombiniert werden und zu überraschenden Ergebnissen führen.

Sabrina Hermsen ist zum Beispiel im ZDFzoom „Hilfe, ich bin nackt“ der Frage auf den Grund gegangen, wie nackt der Mensch im Netz eigentlich ist. Dabei fand sie nicht nur heraus, dass mit wenigen Informationen ein äußerst genaues Personenprofil erstellt werden kann, sondern auch Informationen über Eltern, Freunde und vieles mehr ans Licht kommt. Also: Vorsicht bei der Datenfreigabe, auch um Unbeteiligte davor zu schützen, auffindbar zu sein.

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Wie nutze ich das Internet zu meinem Vorteil?

Im Netz präsent sein: Nutze viele Plattformen im Internet, um dich mit anderen Usern zu vernetzen. Eine eigene Website oder ein Blog ist die beste Variante, dein „Internet-Ich“ kreativ und individuell darzustellen. Social Networks helfen dir, Kontakt zu anderen Usern aufzunehmen und ein großes Netzwerk zu spinnen. Sie bieten oft auch die Möglichkeit, Fanseiten, Gruppen oder Events zu gründen, wodurch weitere Aufmerksamkeit innerhalb des Netzwerkes erzielt werden kann.

Eine Auswahl an möglichen Blogbetreibern und Social Networks findest du in der Kommentierten Linkliste.

Dich selbst vermarkten oder vorhandene Einträge löschen lassen. Du hast in der Hand, deinen Ruf so gut es geht zu schützen. Die Linkliste gibt dir einen dafür einen leichten Einstieg.

Vorteile: digitale Spuren bewusst setzen

Nachteile: Egosurfen für's gute Image                                          Themen-Überblick