Vorteile: digitale Spuren bewusst setzen

Über ein eigenes Blog, Kommentare in Blogs anderer und die Präsenz im Social Web können sich Nutzer einen Namen im Netz machen. In US-amerikanischen Karriere-ratgebern lautet der Tipp: "Brand yourself online!".

Von Jana Kim Köhler

Ein positives digitales Image überträgt sich auf das analoge Image. So mancher lernt dich zuerst im Web kennen, indem er dich googlet oder auf Facebook ausfindig macht, bevor die Chance zum "richtigen" Kennenlernen kommt. Gut überlegen sollte sich jeder: Soll das digitale Profil bewusst positiv verändert werden oder sollen lediglich negative Einträge gelöscht werden?

Hallo, Arbeitgeber!

Letzteres kann beispielsweise in Bewerbungsphasen nicht ganz unwichtig sein, da Arbeitgeber ihre Bewerber bekanntlich oft googeln, um vorab Informationen zu erhalten. Hans-Christoph Kürn, e-Recruiting-Leiter von Siemens, erklärte gegenüber SPIEGEL ONLINE: „Das, was früher Privatsache war, wird heute im Netz ausgepackt". Bei positiven Einträgen hat dies jedoch keinen Einfluss auf die Bewerbung. Auch ein negativer Internetbeitrag müsse nicht unbedingt Ausschlag für die Bewerbung geben, so Kürn.

Laut SPIEGEL ONLINE sucht Kürn regelmäßig in sozialen Netzwerken nach potenziellen Kandidaten. Ein digitales Profil zu besitzen, ist aus diesem Grund also hilfreich. Denn wer nicht auffindbar ist, der fällt von vornherein durch das Raster bei der Onlinesuche nach geeignetem Personal.

Das Internet für Eigen-PR nutzen

Ob Journalist, Schauspieler oder Künstler - das Internet bietet jedem die Möglichkeit, sich zu vermarkten. Mit einer eigenen Website, in Social Networks oder durch ein eigenes Blog, kann auf verschiedenen Wegen ein analoges Ich zu einem digitalen Ich aufgebaut werden. Denn je öfter der eigene Name auftaucht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, gefunden zu werden. Es gibt dabei ganz unterschiedliche mögliche Strategien der Internet- beziehungsweise Facebook-Nutzung.  

Das Karriere-Stichwort lautet: Internetpräsenz. Um den eigenen Bekanntheitsgrad zu erhöhen, sollten sich Jobsuchende, Studenten und eventuell auch schon Schüler aktiv im Internet bewegen und mit anderen Usern vernetzen. Soziale Netzwerke wie Facebook, Myspace und Twitter bieten Internetnutzern die Möglichkeit, sich auf dem Laufenden zu halten, Interessen zu bündeln und sich auszutauschen – auch über berufliche Fragen und Tipps oder Themengebiete, die für einen späteren Arbeitsgeber von Interesse sein könnten. Wer Experte auf einem Gebiet ist, sollte sein Knowhow nicht  im analogen Kämmerchen verstecken.

Die sozialen Netzwerke werden international genutzt. Während Myspace vor allem Musikbegeisterten eine Plattform zum Austausch bietet und bei der Gestaltung der Profilseite viel Raum für Kreativität lässt, ist Facebook ein Netzwerk zur Aufrechterhaltung von Freund- und Bekanntschaften. Twitter bietet den Vorteil, dass jeder mit Internetzugang die Beiträge (Tweets) verfolgen kann – Freundschaftsanfragen sind also nicht nötig und die Reichweite ist enorm hoch.

Ein Thema muss her bei eigenen Sites

Eine eigene Website stellt eine besonders gute Möglichkeit dar, sich zu vermarkten. Sie kann individuell gestaltet werden. Wer keine eigene Website hat, kann zum Beispiel auf Bloganbieter zurückgreifen und regelmäßig Beiträge schreiben.  Entscheidend ist: Wer bloggt oder eine Homepage betreibt, muss etwas zu sagen haben. Deshalb ist es wichtig, sich ein Thema zu suchen und nur gut geschriebene und sorgfältig recherchierte Texte zu veröffentlichen. Sonst geht der Schuss nach hinten los.

Im Gegensatz zu einer eigenen Website, für die man sich kostenpflichtig eine Domain zulegen muss, sind Blogs meist kostenfrei. International und national viel genutzt werden unter anderem Wordpress und Blogger, wobei Wordpress mehr Optionen für die Aufmachung des eigenen Blogs bietet.

Immer mehr Plattformen bieten auch eine Zusammenführung mehrerer Dienste an, wie beispielsweise Tweetdeck. Da das Internet so viele Möglichkeiten und Netzwerke aufweist, kann schnell der Überblick verloren gehen. Solche Dienste helfen einem beim Verwalten der eigenen und einlaufenden Posts.

Nachteile: Egosurfen für's gute Image                                      Themen-Überblick