Wie man Facebook, Twitter und Co effektiv für Online-PR nutzt

Die Bedeutsamkeit von Social Media kann heutzutage niemand mehr leugnen; noch nicht einmal große, tradierte Unternehmen, die schon seit Jahrzehnten bestehen. Doch wie genau man solche Dienste einsetzt, um sich einen PR-strategischen Vorteil zu verschaffen, ist den wenigsten klar. Doch Social Media definiert das in die Jahre gekommene Geschäft der Öffentlichkeitsarbeit neu und ist somit einen genauen Blick wert.

Von Anke Knospe

Der Schlüssel zu erfolgreicher Online-PR liegt vor allem in den Basics. Es geht nicht darum möglichst viele Soziale Netzwerke möglichst ausgefallen zu nutzen, sondern dass man die Netzwerke die man nutzt, effektiv miteinander verknüpft, um so ein virtuelles Netz im Internet zu schaffen. Nur so kann man möglichst viele Leute auf den eigenen Seiten halten und somit seinen Online-Auftritt wesentlich verbessern und der Öffentlichkeit zugänglicher machen.

Die wichtigsten Regeln im Überblick:

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1. Kennen Sie Ihr Medium!

Die Grundlage für erfolgreiche Online-PR liegt zunächst einmal darin, ein genaues Verständnis von dem Medium zu bekommen, mit dem Sie arbeiten, so der Tipp von Werner Bogula, dem Autor von "Leitfaden Online-PR" . Facebook zum Beispiel versteht sich selbst eher als soziales Dienstprogramm denn als soziales Netzwerk. Das Portal Versteht sich also eher selber als Dienstleister, als als Kommunikationsplattform für unterschiedliche User-Gruppen. Wenn Sie das im Hinterkopf behalten, so halten Sie den Schlüssel für erfolgreiches Arbeiten innerhalb von Facebook in der Hand. Ziel der PR ist es, etwas zu schaffen bzw. zu bieten, das von wahrem Nutzwert für spezifische Facebook-Communities ist. Erst dann haben Sie überhaupt die Chance, Facebook dazu zu nutzen, sich selber, ihrer Organisation oder ihrem Unternehmen ein digitales Netzwerk aufzubauen.

Seien Sie sich immer bewusst, dass verschiedene „Netzwerke“ auch verschiedene Zielgruppen ansprechen – meist auf Alter und Verortung der jeweiligen Personen basierend; so auch die Idee hinter www.socialmediaplanner.de.

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2. Kennen Sie Ihr Publikum!

Das gilt nicht nur beim Fernsehen und beim Film, sondern auch bei sozialen Netzwerken. Dort fast noch mehr, zumindest wenn Sie diese Plattform als PR-Instrumente nutzen wollen. Denn die Art und Weise, auf die sich das Internet und soziale Netzwerke verändert haben, ist in Teilen auch Reflektion einer viel weitläufigeren Veränderung in der Gesellschaft. Die Gesellschaft wird älter und hat immer weniger Zeit. Leute reisen um die Welt und wollen doch immer erreichbar sein und schnell informiert werden. Nur wer zielgruppenorientiert und vor allem auch zielgruppenbewusst arbeitet, kann auch tatsächlich die gewünschte Zielgruppe erreichen und ansprechen. Nur wenn Sie Ihre Zielgruppe genau kennen, können Sie dieses Wissen auch nutzen, um Ihren Content genauer auf die erreichte Leserschaft auszurichten.

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3. Denken Sie über das eine soziale Netzwerk hinaus!

Eine gut strukturierte, vielbesuchte und somit erfolgreiche Seite bei einem der größeren sozialen Netzwerke kann sich noch weit darüber hinaus positiv auf das Online-Profil eines Unternehmens auswirken.

Hat Ihre Facebook-Fanseite beispielsweise mehr als 100 Fans, so bekommen Sie eine dynamische URL, die sich wiederum positiv auf das Suchmaschinenranking auswirken kann. Haben Sie dann etwa die Homepage Ihres Unternehmens auf Facebook verlinkt, so steigt laut Melanie Huber, der Autorin von „Kommunikation im Web 2.0“, deren Position im Suchmaschinenranking mit großer Wahrscheinlichkeit auch.

Ebenso bei Twitter: Dort kann man nicht nur 140 Zeichen lange Updates posten, sondern auch Links zur eigenen Webseite oder dem Unternehmensblog sowie zu relevanten Youtube-Videos.

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4. Kommunizieren Sie mit den Usern!

Soziale Netzwerke sind unter anderen auch zur Kommunikation da; nutzen Sie diese Möglichkeit! Treten Sie in den digitalen Dialog mit Ihren Kunden und bringen Sie so mehr über Ihre „Leserschaft“ in Erfahrung.

Sprechen Sie Ihr Publikum an – in jeglicher Hinsicht. Kommunizieren Sie aktiv mit Facebook- und Twitter-Usern und stimmen Sie so ihr Online-Profil auf Meinungen aus der Bevölkerung ab. Genau darum geht es bei Social Media: um die Interaktivität. Lassen Sie Ihre Kunden Teil von etwas sein und geben Sie ihnen die Möglichkeit mitzubestimmen. Haben Sie keine Angst davor die Kontrolle mal ein wenig abzugeben. Natürlich bringt das Ganze auch Risiken mit sich, doch der Nutzen für Sie ist weitaus größer.

Seien Sie sich aber immer bewusst, dass Sie nie hundertprozentig sicher sein können, mit wem Sie da gerade genau kommunizieren. Bleiben Sie also oberflächlich, ohne dabei an Authentizität zu verlieren.

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5. Weniger ist mehr!

Beschränken Sie sich bei dem, was sie schreiben, auf das Wesentliche. Twitter zwingt Sie von vorneherein dazu, da Posts auf 140 Zeichen beschränkt sind, aber auch auf Facebook will niemand eine zwei Seiten lange Abhandlung lesen. Genauso wenig wie auf Ihrer eigenen Homepage. „Der Mensch ließt genau diese 140 Zeichen, dann hat er keine Lust mehr“, sagt Agus Schuhmacher, Geschäftsführer von SCHUHMACHER + PARTNER. Denken Sie lieber konstruktiv mit, was den Kunden am  meisten ansprechen würde. „Fragen Sie sich immer: ‚Was sucht der User?’“, so der Tipp des Experten. Eine gut platzierte Bildstrecke hat hier oft mehr Wirkung als tausend Worte. Arbeiten Sie lieber an einer prägnanten Bildsprache als an langen Texten.

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6. Seien Sie sich der Schnelligkeit bewusst!

Das Internet und Social Media haben viele Vorteile, die für erfolgreiche PR heutzutage unabdingbar sind. Und eines davon ist die Schnelligkeit. Publizierter Content werde schnell aufgenommen und auch die Erreichbarkeit könne man sofort messen, so der PR-Experte Agus Schuhmacher. Posten Sie etwas auf Facebook und haben dort beispielsweise 2000 Freunde, so können Sie sich relativ sicher sein, dass zumindest ein Großteil derer auch die Informationen aufnimmt. Die Rezeption sei dann meist schnell und intensiv und doch werde durch den „Multiplikationseffekt“ vieles schnell weitergetragen, so Schuhmacher.

Doch die Unmittelbarkeit und auch die Ubiquität, also die Allgegenwartigkeit, des publizierten Contents bergen auch Risiken. Denn alle Inhalte sind online, auch negative. Und das eigene Online-Profil wieder zu bereinigen, ist eine sehr aufwendige Sache. (Mehr dazu wie man seine Spuren im Netz erkennt und bereinigt.)

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7. Durchdenken Sie Ihren Social Media Auftritt!

„Der Content lebt von der Regelmäßigkeit der Pflege und von der Aktualität!“ sagt Agus Schuhmacher von SCHUHMACHER + PARTNER. Nur wenn der Content regelmäßig wechsele und auch wechseln könne, mache ein Social-Media-Auftritt überhaupt Sinn. „Nehmen Sie mal ein langweiliges Produkt wie eine Zahnbürste, da gibt’s vielleicht alle drei, vier Jahre mal ein neues Patent, eine Neuerung; für die wäre es eigentlich Quatsch“, mit Social Media zu arbeiten. Und damit der Inhalt regelmäßig wechseln kann, brauchen Sie natürlich auch genügend Manpower. Eine Strategie, ohne ausreichende Kapazitäten für die Umsetzung sei Logischerweise wenig hilfreich. Dann sei es besser, vollends auf eine Social-Media-Präsenz zu verzichten, so der Experte