Als Human-Animal Studies wird ein interdisziplinäre Forschungsfeld zum Mensch-Tier-Verhältnis bezeichnet, das sich in den letzten Jahren immer stärker etabliert und vor allem im englischsprachigen, wissenschaftlichen Diskurs Verbreitung gefunden hat. Forschungsarbeiten stammen überwiegend aus den Disziplinen Soziologie, Psychologie, Geschichtswissenschaft, Erziehungswissenschaft, Philosophie, Anthropologie, Kulturwissenschaft sowie Literatur- und Medienwissenschaft. Gemein ist diesen Ansätzen, dass sie den Fokus auf die kulturelle und soziale Rolle von nichtmenschlichen Akteuren bzw. die Beziehungen zwischen diesen und der menschlichen Gesellschaft richten. Damit brechen die Human-Animal Studies mit dem bisher vorherrschenden Wissenschaftsverständnis in den Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften, in dem das Verhältnis der Gesellschaft zu den Tieren weitgehend ausgeblendet  wurde.

Das Themenspektrum ist dabei  so umfangreich wie es die gesellschaftlichen Beziehungen zu Tieren sind. Typische Forschungsthemen der Human-Animal Studies sind unter anderem die kulturell-symbolische Bedeutung von Tieren, die Rolle von Tieren und Tierbildern ins. in den Denksystemen westlicher Gesellschaften, Interaktionsformen zwischen Menschen und Tieren, die Bedeutung von Gewalt- und Herrschaft in Mensch-Tier-Verhältnissen sowie tierbezogene Praktiken in Wissenschaft, Ökonomie und Landwirtschaft. Weiter geht es um die Analyse der Institutionalisierung von  Tierrechten und die sozialen Bewegungen zum Mensch-Tier-Verhältnis.