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Inhalte und Aufgaben einer Regierungslehre

Klassisches Regieren in Demokratien bestand in der legitimen Ausübung hoheitlicher Gewalt durch hierfür bestellte Institutionen und Personen in einem territorial begrenzten und verfassungsrechtlich regulierten Raum für alle Dinge und Personen in Angelegenheiten von öffentlicher Bedeutung. Strukturell war klassisches Regieren auf (1) verfassungsrechtliche Regulierung, (2) eine Trennung von Innen und Außen sowie von Öffentlichkeit und Privatheit, (3) monetäre Ressourcen, im weitesten Sinne also auch wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, angewiesen und konnte daher (4) eine normativ begründete Legitimität des Regierungshandelns für gegeben nehmen.

Der Erfolg modernen Regierens steht und fällt zunehmend mit der Fähigkeit, die Veränderungen beziehungsweise den Verlust dieser zentralen Funktionsbedingungen der Ausübung öffentlicher Gewalt zu bewältigen. Modernes Regieren muss sich künftig verstärkt (1) auf Grenzen des (Verfassungs-)Rechts, (2) Transnationalität und geteilte public authority, also verschwimmende Trennlinien zwischen Innen und Außen sowie zwischen Öffentlichkeit und Privatheit, und (3) sinkende finanzielle Mittel einstellen. Hierfür müssen zwingend (4) neue Ressourcen der Legitimität öffentlichen Handelns erschlossen werden.

Modernes Regieren, so der knappe Befund, muss folglich einen beträchtlichen Verlust an Gewissheiten, Grenzen und Geld kompensieren. Eine diesen Wandel umfänglich und kohärent reflektierende, moderne Regierungslehre muss erst entdeckt und entwickelt werden – in der Forschung, der Lehre und Praxis. Unser Lehrbereich möchte mit seiner Arbeit auf dieses Ziel zuarbeiten.

Die Professur wird im Sommersemester 2013 vertreten durch Frau
Dr. Marion Reiser
Programmbereich Politikwissenschaft
Allendeplatz 1,  20146 Hamburg
Raum 244
Tel.: +49 40 / 42838-8002
Fax: +49 40 / 42838-7661
Email: marion.reiser@wiso.uni-hamburg.de


Frau Prof. Dr. Petra Dobner ist unter folgender E-Mail-Adresse erreichbar:
petra.dobner@politik.uni-halle.de