Public Financial Management
Kommunaler Schutzschirm des Landes Hessen
Im Rahmen eines generellen Wandels von der bürokratischen Steuerung zu einer Managementorientierung öffentlicher Verwaltungen befindet sich das öffentliche Haushalts- und Rechnungswesen seit geraumer Zeit weltweit in einem fundamentalen Umbruch. Insbesondere auf kommunaler Ebene sind unterstützt von den Innenministerien erhebliche Anstrengungen zur Modernisierung unternommen und bereits eine breite, nahezu flächendeckende Implementierung erreicht worden.
Eine zentrale Funktion des öffentlichen Rechnungswesens ist der Schutz der heutigen und zukünftigen Generationen vor unangemessenen ökonomischen Belastungen durch staatliche und kommunale Entscheidungen. Während auf Initiative der Föderalismuskommission II im Jahre 2009 eine neue (staatliche) Schuldenbremse im Grundgesetz verankert worden ist, stellt sich auch für die kommunale Ebene die Frage, wie auch hier, in teils strukturell höchst verschuldeten Gebietskörperschaften, eine nachhaltiges Haushaltssteuerung zum Schutze intergenerativer Gerechtigkeit etabliert werden kann. Es besteht ein offenkundiger Bedarf nach neuen fiskalischen Regelungen und Verfahrensweisen zur Reduktion öffentlicher Verschuldung auf Basis des Informationsangebots des reformierten öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesens.
Vor diesem Hintergrund führt die Universität Hamburg in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium der Finanzen ein Projekt zum sog. "Kommunalen Schutzschirm" des Landes Hessen durch. Der Schutzschirm sieht vor, dass das Land als "Hilfe zur Selbsthilfe" einen Beitrag zur Entschuldung konsolidierungsbedürftiger Kommunen in Höhe von bis zu 3 Mrd. Euro leistet. Den hessischen Kommunen soll es freigestellt werden, ob sie am Programm teilnehmen oder nicht. Die Teilnahme wird gleichwohl an bestimmte, noch zu konkretisierende Auflagen geknüpft.
Ansprechpartner: Dennis.Hilgers@wiso.uni-hamburg.de, Andreas.Burth@wiso.uni-hamburg.de
Mehrwert der Doppik
Die Mehrheit der deutschen Kommunen wird auf absehbare Zeit ihr Haushalts- und Rechnungswesen von der Kameralistik auf die Doppik umgestellt haben. Der tatsächliche Mehrwert der Doppik ist gleichwohl umstritten.
Das Doppik-Forschungsprojekt von Public Management Hamburg hat zum Ziel, diese Forschungslücke zu schließen und den wahrgenommenen Nettonutzen (Mehrwert) der Doppik mit Hilfe einer flächendeckenden Umfrage unter den deutschen Kommunen zu messen. Des Weiteren zielt das Projekt darauf ab, diejenigen Konstrukte zu identifizieren, die einen Einfluss auf den wahrgenommenen Nutzen der Doppik haben. Hierbei wird u.a. auch die Höhe der Umstellungskosten untersucht.
Ansprechpartner: Dennis.Hilgers@wiso.uni-hamburg.de, Andreas.Burth@wiso.uni-hamburg.de
Gewerbesteuer
Das von Public Management Hamburg derzeit durchgeführte Forschungsprojekt zum Thema "Gewerbesteuer" zielt schwerpunktmäßig darauf ab, sozioökonomische und finanzwissenschaftliche Indikatoren zu identifizieren, die in einem Kausalzusammenhang zu den Gewerbesteuereinnahmen (netto) je Einwohner der Städte und Gemeinden in Deutschland stehen. Darüber hinaus werden die Zusammenhänge des Gewerbesteuerhebesatzes zu den anderen beiden Realsteuerhebesätzen (Grundsteuer A und B) analysiert.
Ansprechpartner: Andreas.Burth@wiso.uni-hamburg.de
Hochschulsteuerung und Finanzierung
Der Umbruch im öffentliche Haushalts- und Rechnungswesen in Deutschland betrifft auch die staatlichen Hochschulen als dezentrale Träger von Bildung und Forschung. Sie sehen sich vor dem Hintergrund wachsender Autonomie, Forderung nach internationaler Wettbewerbsfähigkeit, globalen Budgets und zunehmender Eigenfinanzierun neuen komplexen Herausforderungen gegenübergestellt. Public Management Hamburg beschäftigt sich in Forschung und Lehre mit dem Thema Hochschulmanagement, Hochschulsteuerung und neuen Wegen der Finanzierung von staatlichen Hochschulen.
Ansprechpartner: Dennis.Hilgers@wiso.uni-hamburg.de
Öffentliche Beschaffung
Die Ausgaben des Einkaufs von Bund, Ländern und Kommunen in Deutschland beliefen sich 2009 auf mehr als 280 Mrd. Euro. Dies entspricht 10% des BIP. Experten schätzen, dass sich jährlich bis zu 30 Mrd. Euro einsparen lassen. Diese Ausgangssituation zum Anlass nehmend führt die Universität Hamburg zusammen mit der Finanzbehörde Hamburg sowie in Kooperation mit der Beratungsgesellschaft Booz & Company sowie dem Unternehmen Heuking Kühn Lüer Wojtek ein wissenschaftliches Forschungsprojekt durch. Ziel ist der Studie ist es, Vorschläge für eine strategisch ausgerichtete Beschaffungsorganisation in der Freien und Hansestadt Hamburg auszuarbeiten.
Ansprechpartner: Dennis.Hilgers@wiso.uni-hamburg.de
Public Innovation Management
Open Innovation im öffentlichen Sektor
Neue Ansätze des Innovationsmanagements belegen, dass der Innovationsprozess von Produkten und (Dienst-)Leistungen nicht mehr geschlossen und zwingend innerhalb der unternehmerischen Grenzen stattfinden muss. Das Innovationspotenzial von Firmen hängt im zunehmenden Maße von externem Wissen ab und somit von Umfang und Intensität der Interaktionsbeziehung mit externen Beitragenden.
Doch was bedeutet dies für den öffentlichen Sektor?
Es stellt sich die Frage, ob nicht auch im Public Management systematisch im Sinne eines "Citizensourcing" das Wissen und die Erfahrungen von Kunden, Nutzern und externen Akteuren in den öffentlichen Innovations- und Wertschöpfungsprozess einbezogen werden sollten: Können Bürger als Beitragende für öffentliche Aufgaben agieren, die traditionell von einem in der Verwaltung angestellten Mitarbeiter (in der Regel einem Beamten) ausgeführt werden? Besteht nach der Reformphase der Kundenorientierung nun ein Bedarf nach vermehrter Kunden-/Bürgerintegration, gar nach gemeinschaftlicher Wertschöpfung zwischen „Stakeholdern“ und öffentlichen Verwaltungen, die sogar den politischen Entscheidungsprozess positiv beeinflussen können?
Ansprechpartner: Mathias.Kube@wiso.uni-hamburg.de
Open Government 200
Das Projekt Open Government 200 will einen Überblick über die Vorteile, Chancen und Implementierungen von Open Government geben – schwerpunktmäßig in Deutschland, aber auch im internationalen Vergleich. Wir stellen die Frage, ob und auf welche Weise sich die öffentlichen Verwaltungen in ihren Entscheidungs- und Abstimmungsprozessen hinsichtlich verschiedener Stakeholder bereits heute öffnen und Partizipation und Kollaboration mit externen Beitragenden und deren Wissen aktiv suchen (Open Government). Der Einsatz von Internetplattformen steht dabei im Mittelpunkt der Untersuchung.
Dieses Projekt wird gefördert durch die: Peter Pribilla-Stiftung
Webseite: http://www.citizensourcing.de/
Ansprechpartner: Dennis.Hilgers@wiso.uni-hamburg.de
Arbeitsgruppe BI bei Berufsfeuerwehren
In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der RWTH Aachen und der Berufsfeuerwehr Düsseldorf widmet sich diese Arbeitsgruppe dem Thema Business Intelligence bei öffentlichen Feuerwehren. Forschungsthemen sind: Aufbau und Einsatz von Data-Warehouse Systemen, Visualisierung, Aufbereitung und Bedarfsanalysen von steuerungsrelevanten Informationen, Performance Messung und Neue Steuerungsverfahren bei Berufsfeuerwehren.
Diplom- und Masterarbeiten zu diesen Themen werden gerne entgegengenommen.
Ansprechpartner: Dennis.Hilgers@wiso.uni-hamburg.de
Kooperative Innovationsprozesse mit dem Schwerpunkt Open Innovation
Unter dem Begriff „Open Innovation“ wird in jüngster Zeit eine intensive Diskussion über die Einbeziehung externer Akteure in den unternehmerischen Innovationsprozess geführt. Die Integration fremden Wissens (z.B. von Kunden, Zulieferern, Universitäten, etc.) wird dabei als wettbewerbsentscheidender Faktor und Weg zu erfolgreicheren Produkten am Markt angesehen. Zugleich stellen neue Formen der Koordination und Kooperation mit Beitragenden jenseits der Grenzen des Unternehmens neue Anforderungen an das Innovationsmanagement. Gegenstand unserer Forschung ist insbesondere die Untersuchung neuer unternehmerischer Innovationsstrategien, organisationalen Veränderungen, Motivationen der Akteure sowie Aufbau und Erweiterung eines betrieblichen Open Innovation Controlling Systems.
Ansprechpartner: Dennis.Hilgers@wiso.uni-hamburg.de und Annette.Horvath@wiso.uni-hamburg.de


