34. Kriminologische Studienwoche

Restorative Justice -
Formen alternativer Reaktionen auf strafbares Verhalten

24. bis 28. März 2014

Mit der Studienwoche wurden an fünf Tagen verschiedene Facetten alternativer Reaktionen vorgestellt und diskutiert. Dazu gehörte die Darstellung historisch überlieferter und kulturell noch immer verankerter Formen privater Konfliktlösung in einfachen, nichtstaatlichen Gesellschaften samt der Frage, inwieweit sie als ein Grundmuster im Umgang mit – auch strafrechtlichen – Konflikten nicht verloren gegangen sind, sondern abgewandelt auch für uns ihre Gültigkeit behalten haben. Aufschluss hierüber geben unter anderem kriminologische Untersuchungen, welche eine breite Akzeptanz alternativer Reaktionen auf unrechtmäßiges Verhalten belegen, und dies sowohl in der Bevölkerung wie unter Opfern.

Themenbereiche

Die 34. Kriminologische Studienwoche umfasste folgende grobe Themenbereiche:

  • Konfliktregelungen in nichtstaatlichen Gesellschaften
  • Die Ablösung privater Konfliktregelung durch ein System staatlicher Strafen
  • Strafrechtliche Regeln nichtstrafender Reaktionen auf Unrecht
  • Die Entwicklung und Ausgestaltung von sozialen Systemen, einen Ausgleich zwischen Täter und Opfer herzustellen, bezogen auf hierfür vor allem in Frage kommende Berufsfelder (Sozialarbeit, Polizei, Strafvollzug)
  • Die sozialwissenschaftliche „Entdeckung“ des Opfers,  die mangelnde Berücksichtigung seiner Interessen im Strafverfahren und Fragen der (straf-)rechtlichen Wiedereinsetzung
  • Punitive und restitutive Einstellungen in der Bevölkerung und unter Opfern
  • Visionäre Überlegungen, wie durch eine zunehmend stärker werdende Handlungskompetenz der mit alternativen Reaktionen befassten sozialen Systeme der staatliche Strafanspruch zurückgedrängt werden könnte.

Referentinnen und Referenten

Referentinnen bzw. Referenten waren u. a. Prof. Dr. Beate Ehret (FH des Bundes, Wiesbaden), Prof. Dr. Heribert Ostendorf (Generalstaatsanwalt a. D., Christian-Albrechts-Universität zu Kiel), Jana Bewersdorff (Staatsanwaltschaft Itzehoe), Prof. Dr. Gaby Temme (FH Düsseldorf), Gerd Delattre (TOA-Servicebüro, Köln), Prof. Dr. Otmar Hagemann (Fachhochschule Kiel), Bernd Glaeser (Neustart, Wien), Prof. Dr. Rüdiger Wulf (Ministerialrat, Justizministerium des Landes Baden-Württemberg; Honorarprofessor Universität Tübingen), Dr. Michael Kilchling (Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, Freiburg). Stand: 04.12.13.

Die Leitung dieser Studienwoche übernahm Prof. Dr. Klaus Seßar (Universität Hamburg).