Gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen neuer Sicherheitsmaßnahmen im Fährverkehr

Bei "Gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen neuer Sicherheitsmaßnahmen im Fährverkehr" handelt es sich um ein Teilprojekt des vom Fraunhofer Institut koordinierten Verbundforschungsvorhabens "Verbesserung der Sicherheit von Personen im Fährverkehr" (Vesper plus).

1. Vorhabenziel

In diesem Teilprojekt geht es um die Untersuchung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen, die anlässlich der Erhöhung von Sicherheitsmaßnahmen durch z.B. die Umsetzung des ISPS-Codes oder der EU-Gesamthafenrichtlinie nach den Terroranschlägen von 9/11 entstanden sind und die bei erhöhter Gefahrenlage entstehen werden. Die daraus resultierenden Veränderungen der maritimen Sicherheitsarchitektur haben sowohl Auswirkungen auf die Ökonomie und die Arbeitsbedingungen im maritimen Bereich als auch auf die Verbraucherakzeptanz (durch Schiffspassagiere und Logistikunternehmen).

Die Grenzen dieser Akzeptanz sollen ebenso wie die Konsequenzen für die Arbeitsbedingungen für den spezifischen Bereich des Fährverkehrs untersucht werden.

2. Arbeitsplanung

Die Grenzen der Akzeptanz der neuen Sicherheitsmaßnahmen im Fährverkehr für die Endnutzer (Fährpassagiere, Logistikunternehmen) sollen mittels explorativer Interviews und standardisierter Befragungen erhoben werden. Die Auswirkungen der Umsetzung des ISPS-Codes auf die Arbeitsbedingungen der Schiffsbesatzungen im Fährbereich sollen durch Leitfadeninterviews erhoben werden. Die ökonomischen Auswirkungen auf den Fährverkehr und die Konkurrenzfähigkeit gegenüber alternativen Landverbindungen sollen für den Fall einer Anhebung der Gefahrenstufe auf Level 2 ermittelt werden. Die gesamten Ergebnisse sollen mit Studien aus anderen sicherheitsrelevanten Transportbereichen verglichen werden.

Die Ergebnisse des Projekts münden in einer Analyse der Sicherheitsarchitektur im Fährverkehr, die die Grenzen der Bereitschaft der Endnutzer aufzeigt, Einschränkungen durch Sicherheitsmaßnahmen in Kauf zu nehmen: Erstens wird ein Schwachstellenkatalog hinsichtlich der Eingriffe in allgemeine Persönlichkeitsrechte der Fährpassagiere wie Besatzungsmitglieder vorliegen. Dieser Katalog wird auch Empfehlungen zur Sicherstellung der Wahrung von Grundrechten wie der Verbesserung der Arbeitsbedingungen enthalten, wodurch sowohl die Kunden- wie auch die Arbeitszufriedenheit gesteigert werden kann.

Zweitens werden Handlungsempfehlungen formuliert, die die immateriellen Kosten für die Endnutzer senken und zur Steigerung der Effizienz der Sicherheitsmaßnahmen führen können. Drittens wird die Analyse der ökonomischen Konkurrenzfähigkeit des Fährverkehrs bei einer Erhöhung der Gefahrenstufe die Grenzen der Wirtschaftlichkeit des Fährverkehrs bei prekärer Sicherheitslage aufzeigen.

 

Projektzeitraum: 9/2011-8/2014
Drittmittel: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Projektleitung: Dr. Bettina Paul
Bearbeitung: Dipl. Soz., Dipl. Krim. Christina Schlepper und Dipl. Soz. Christian Wickert, M.A.
Wissenschaftliche Expertisen und Beratung: Prof. Dr. Sebastian Scheerer