Franz Exner (1881-1947) und die deutsche Kriminologie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert

Die Kriminologiestudentin Doris  Lorenz entdeckte 2004 den Nachlass des bekannten deutschen Kriminologen Franz Exner (1881-1947). 

Das Projekt wird von der DFG gefördert und besteht in der ersten (Pilot-) Phase aus der physischen Sicherung und archivarischen Aufbereitung des Nachlasses. In einer zweiten Phase geht es dann um die Kontextualisierung Exners in der kriminologischen Wissenschaftsgeschichte der ersten Hälfte des 20.  Jahrhunderts und darum, seinen Nachlass der wissenschaftlichen Forschung allgemein zugänglich zu machen.

Im Zusammenhang mit dem Projekt steht auch das Dissertationsprojekt von Doris Lorenz: "Franz Exner (1881-1947). Ein Wissenschaftlerleben zwischen Anpassung und Widerständigkeit. Eine Biographie".

Hier noch ein kleiner Auszug aus dem Forschungs-Antrag:
"Exner begann seine Laufbahn noch in der k.u.k. Donaumonarchie, war während der Weimarer Republik Ordinarius in Leipzig und Tübingen und von 1933-1945 in München als Fakultätskollege von Edmund Mezger. Nach dem Krieg verblieb er auf seinem Lehrstuhl und agierte noch als Verteidiger von Alfred Jodl im Nürnberger Prozess. Das Projekt soll ausgehend von der physischen Sicherung und bibliothekarischen Systematisierung des Nachlasses - darunter unbekannter Tagebuchaufzeichnungen, einer ungewöhnlich umfangreichen Korrespondenz und Manuskriptfragmente - mehr Licht auf Leben und Werk des Kriminologen und davon ausgehend auch auf die Fachgeschichte der deutschsprachigen Kriminologie dieser Zeit werfen. Dabei werden, gleichsam eingerahmt von der Rekonstruktion des "frühen" Exner (Professur im damals zum österreichischen Kronland gehörenden Czernowicz, 1912-1916; dann Prag, 1916-1919) und des "späten" Exner (Mai 1945-Oktober 1947), die Rolle Exners in der Geschichte der Kriminologie in der Weimarer Republik und im "Dritten Reich" im Mittelpunkt stehen."

 
Laufzeit: 2005-2006 (erste Phase)