Lehrstuhl Prof. Wiener erhält Forschungsgelder
Das Projekt widmet sich einem Phänomen, dass in der Rechtswissenschaft seit einiger Zeit eine besondere Aufmerksamkeit erfährt: eine transnationale Vernetzung von Gerichten und damit eine vermeintlich graduelle, über Ländergrenzen hinausgreifende „Vergemeinschaftung“ (community of courts). Ihr wird das Potential zugeschrieben, als wichtiger Baustein des staatlichen Verhaltens zum Völkerrecht zu fungieren oder sogar eine globale Harmonisierung von Rechtssystemen anzustoßen. Nationale Gerichte beziehen sich verstärkt auf internationale Normen sowie den Rechtstext, der in anderen nationalen Rechtssystemen bzw. durch inter- oder supranationale Gerichte produziert wird. Neben dieser Herausbildung globaler Zitierkartelle ist eine transnationale personale Vernetzung von Richterinnen und Richtern zu beobachten.
Das Projekt geht der Frage nach, welche substantiellen Veränderungen des Rechts damit auf den Weg gebracht werden. Bilden sich geteilte Prinzipien der Rechtspraxis heraus? Verzeichnen wir etwa einen Übergang von „vielen“ Rechtssystemen zu „einem“ globalen Rechtssystem? Führt der Prozess zu einer Vereinheitlichung des „Weltrechts“? Haben wir es tatsächlich mit einer Form der richterlichen Vergemeinschaftung zu tun?
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Christiane Krüger (Sekretariat)
Institut für Politikwissenschaft
Allende-Platz 1, 20146 Hamburg, Raum 129
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