Projektwerkstätten
Der Ernstfall
In den vergangenen Jahren hat sich am Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft ein besonderer Typ von Seminaren etabliert – die Projektwerkstätten. Diese arbeitsintensiven Kurse sind das Gegenteil einer Trockenübung: Unter Marktbedingungen wurden bislang mehrere Bücher verfasst und publiziert sowie eine Netz-Zeitschrift konzipiert und umgesetzt – gemeinsam von Studierenden, erfahrenen Journalisten, Designern und Verlegern.
Der inhaltliche Ausgangspunkt ist dabei stets eine wissenschaftlich ergiebige Fragestellung der Journalistik: Wie verändern sich in Zeiten der Entgrenzung des Journalismus die Anforderungsprofile für angehende Journalisten? Welche Folgen hat der Laien-Journalismus der Blogger im Internet für die Profession? Oder: Mit welchen Strategien inszenieren sich Prominente in der Mediengesellschaft?
Der Kurs wird dann rasch zum Mikrokosmos einer Redaktion: Mit Hilfe von ausführlichen Interviews erschließen die Studierenden das Thema; sie treffen bedeutende Gesprächspartner aus Politik, Medien und Gesellschaft; sie redigieren und bemühen sich um eine Autorisierung der Gespräche; sie organisieren die Publikation bis hin zur Vermarktung. Am Ende stehen dann Werke wie der Berufsratgeber „Trendbuch Journalismus“ oder das viel beachtete Buch „Medienmenschen“, das Prominente zwischen fremdbestimmtem Image und selbst gewählter Inszenierung zeigt.
„Bei dieser Art von Projektarbeit wird der Ernstfall nicht nur simuliert, er tritt tatsächlich ein. Buchverträge sind geschlossen, Stiftungsmittel eingeworben, Termine vereinbart“, erklärt Prof. Dr. Bernhard Pörksen. Das gelungene Projekt und die von den Studierenden geführten Interviews dienen schließlich als publizistische Visitenkarte, als Pluspunkt im Profil der angehenden Journalisten.
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