Eine Methode unter der Lupe - die Diskursanalyse

25. Aug. 2010 15:00
Mit der Diskursanalyse von Medienangeboten beschäftigt sich ein Vortrag von Rainer Diaz-Bone, Soziologie-Professor an der Universität Luzern, am 31. August 2010 von 16-18 Uhr in Raum 250, Allende-Platz 1. Am konkreten Beispiel von Musikzeitschriften wird erklärt, wie die Foucaultsche Diskursanalyse vorgeht und was sie leisten kann. Der Vortrag setzt sich darüber hinaus mit einigen aktuellen Problemen der Diskursforschung auseinander.

Der Vortrag unter dem Titel „Foucaultsche Diskursanalyse – Analyse lebensstilbezogener Diskursordnungen“ setzt bei der Foucaultschen Diskurstheorie an. Diese wird in der Tradition der französischen Wissenschaftsgeschichte und im französischen (Post)-Strukturalismus verortet, um dann zu skizzieren, welche methodologischen Folgerungen gezogen werden können und wie sozialwissenschaftliche Diskursanalysen entworfen werden können. In den letzten Jahren haben sich in Deutschland verschiedenen Positionen für eine Diskursanalyse im Anschluss an Foucault herausgebildet. Wissensinhalte (Medieninhalte) werden demnach nicht mehr als Abbildungen vorgängiger sozialer Sachverhalte betrachtet (wie in der Inhaltsanalyse), sondern als Dokumente einer diskursiven Praxis betrachtet, die systematisch „die Dinge hervorbringt, von denen sie redet“.

Der Vortrag von Prof. Dr. Rainer Diaz-Bone gewährt Einblicke in eine Diskursanalyse, in der Mediendiskurse auf ihre diskursiven Regeln und Tiefenstrukturen hin analysiert werden. Argumentiert wird, dass in Mediendiskursen Lebensstilformen als kollektive Ethiken entworfen werden. Die vorgestellte Diskursanalyse versteht sich damit als ein diskurstheoretischer Beitrag zur Sozialstrukturanalyse. Der Vortrag gewährt dann Einblicke in eine praktische Diskursanalyse.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Dr. Angela Oels, KlimaCampus, Universität Hamburg.