Modulbeschreibung

Kreditpunkte (ECTS):
12 KP

Dauer des Moduls:
2-3 Semester

Lernergebnisse:
Das Modul 3 „Europa in der Weltordnung“ bietet den Studierenden eine breit angelegte Qualifizierung in dem immer entscheidender werdenden Feld der Außenbeziehungen der EU. Ganz im Sinne der diversen Ansätze der „Politischen Ökonomie“ werden die Studierenden die Wechselbeziehungen zwischen politischen und ökonomischen Prozessen im Rahmen einer erstarkenden Völkerrechtsordnung erfassen und bewerten können.
Dabei werden die Studierenden in die Lage versetzt, die Auswirkungen politischer Reformen und/oder institutionell-rechtlicher Neuerungen auf das Verhalten ökonomischer Akteure analysieren zu können. Umgekehrt untersuchen sie die Implikationen ökonomischer Veränderungen für Institutionen und politische Abläufe und werden zu Einschätzungen dieser gelangen. Dabei mögen die Initiativen entweder von Akteuren innerhalb oder außerhalb der EU ausgehen. Die Beobachtungen der Anpassungsprozesse – in kurzer oder langer Frist – sind die Grundlage für Eingriffe oder Umsteuerungen der Abläufe.
Es geht also in jedem Fall um den Erwerb fächerübergreifender Kompetenzen, da letztlich nicht eng ausgewiesene Spezialisten, sondern flexibel einsetzbare Generalisten mit breiter Problemlösungskompetenz das Ziel des Studiums sind.

Inhalte:
Es werden die Außenbeziehungen der EU und ihre Regulierungen auf allen Akteursebenen in diesem Modul behandelt: private Marktteilnehmer, Regierungen, Verbände, NGOs.
Das Konzept der „Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik“, mit besonderer Berücksichtigung der Europäischen Nahost-Politik einerseits  und der auf die AKP-Länder-Gruppe konzentrierten entwicklungspolitischen Programmatik andererseits stehen im Zentrum der politischen Außenbeziehungen; die EU-Positionen zu den Menschenrechten und die damit verbundenen Herausforderungen und Kompromissnotwendigkeiten stellen einen besonders betonten Aspekt dar.
Bei den ökonomischen Außenbeziehungen geht es im Wesentlichen um die globalen Finanzmärkte und ihre Institutionen; Kapitalverflechtungen in kurzfristiger Perspektive, wie auch in ihrer langfristigen Bedeutung im Hinblick auf aktive und passive Direktinvestitionen werden thematisiert. Zum anderen werden die weltweiten Handelsbeziehungen aus der europäischen Perspektive in rechtlicher, handelspolitischer und empirischer Hinsicht bearbeitet. Dabei geht es jeweils um die Beurteilung der Bedeutung der EU, ihrer Interessen  und ihrer Gestaltungs- und Einflusspotentiale.
Auf rechtlicher Ebene werden exemplarisch rechtliche Regelungen wirtschaftlicher Beziehungen (WTO-Recht) und zum Schutz der Individuen (Menschenrechte) zum Gegenstand gemacht.

Zusammenhang mit anderen Modulen
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Immer wieder hat sich die EU mit der Kritik auseinanderzusetzen, sie konzentriere sich zu sehr auf den internen Integrationsprozess. Angesichts der Einmaligkeit und des Modellcharakters der europäischen Einigung ist diese Kritik zu relativieren bzw. angesichts der „Global Europe Strategy“ eher gegen allzu offensive Außenbeziehungen zu richten. Zu betonen ist dagegen, dass die EU in ihren Außenbeziehungen die Chance hat - und ansatzweise auch nutzt – im Gegensatz zu anderen globalen Akteuren für eine Kultur des Konsenses zu werben. So gesehen bieten die Angebote des 3. Moduls in Kombination mit den grundlegenden Inhalten des 1. Moduls und  der arbeits-, sozial- und regionalpolitischen Spezialisierung des 2. Moduls eine notwendige und sehr aktuelle Möglichkeit der Profilierung der Absolventinnen und Absolventen des M.A. Europastudien.

Prüfungsformen:
Modulteilprüfungen in den zugehörigen Veranstaltungen.

Literatur:
Calleya, S. C. (2005) Evaluating Euro-Mediterranean Relations (Routledge).
Frieden, J. A. (2007) Global Capitalism: Its Fall and Rise in the Twentieth Century (New York: Norton).
Hilf, M. und S. Oeter (2005) WTO-Recht, Rechtsordnung des Welthandels (Baden-Baden: Nomos).
Holland, M. (2002) The European Union and the Third World (Basingstoke: Palgrave).
Janis, M.W, Kay, R.S. and A.W. Bradley (2008) European Human Rights Law: Text and Materials, 3rd ed. (Oxford: OUP).
Jones, S. G. (2007) The Rise of European Security Cooperation (Cambridge: CUP).
Krugman P. and M. Obstfeld (2009) International Economics. Theory & Policy, 8th ed. (Boston: Pearson/Addison-Wesley).
Krugman, P. (2009) The Return of Depression Economics and the Crisis of 2008 (New York: Norton).
Matsushita, M., T. J. Schoenbaum & P. C. Mavroidis (2006) The World Trade Organization. Law, Practice, and Policy (Oxford: OUP).
Piazolo, M. (2006) Macht und Mächte in einer multipolaren Welt (Wiesbaden: VS-Verlag).