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	<title>Plenum der Ökonomen</title>
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	<description>Plenum der Ökonomen</description>
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		<title>Kommentare zur Abstimmung über die Bankenunion</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Sep 2012 11:07:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Lucke, Universität Hamburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Zur Abstimmungsvorlage ist der folgende Kommentar von Manfred J. M. Neumann, Universität Bonn, eingegangen: Der derzeit zur Abstimmung vorliegende Text ist m. E. unausgegoren. Das Plenum tut sich keinen Gefallen, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Drei Hauptprobleme werden ignoriert: &#8230; <a href="http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/?p=900">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Abstimmungsvorlage ist der folgende Kommentar von Manfred J. M. Neumann, Universität Bonn, eingegangen:</p>
<p>Der derzeit zur Abstimmung vorliegende Text ist m. E. unausgegoren. Das Plenum tut sich keinen Gefallen, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.</p>
<p>Drei Hauptprobleme werden ignoriert:<br />
Erstens, soll die Bankenunion auf die ca. 20 systemrelevanten Institute konzentriert werden oder sollen sämtliche Banken erfasst werden?<br />
Zweitens, zur Governance:  Wer reguliert, und wer entscheidet über notwendige Restrukturierungen?<br />
Die EZB, das ESZB, der Rat der Finanzminister, die Parlamente der Mitgliedstaaten oder das Europäische Parlament?<br />
Drittens, wie sollen die Mittel für Restrukturierungen aufgebracht werden: durch Bankenabgaben oder durch Mittel des ESM?<br />
Zu jedem dieser Punkte bedürfen Politik und Öffentlichkeit einer Beratung durch die Ökonomen.</p>
<p>Überdies: In dem zur Abstimmung gestellten Text wird als Maßnahme 2 gefordert, dass Staatsanleihen risikobezogen mit Eigenkapital unterlegt werden sollten. Einverstanden. Aber dann wird gesagt, das solle es nur geben, sofern die Anleihekurse das Emittentenrisiko &#8220;angemessen&#8221; spiegeln?  Das ist doch wohl nicht ernst gemeint! Wer sollte denn das beurteilen und entscheiden?<br />
Der letzte Absatz der Stellungnahme schließlich dürfte den Ministerialen Anlass zum Schmunzeln geben. Das ist gut, aber sicherlich nicht beabsichtigt. Es wäre besser, den Absatz zu streichen. </p>
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		<title>Kommentare überwiegend zur Heinemann-Illing-Position</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jul 2012 21:16:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Lucke, Universität Hamburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Falls Sie einen Kommentar überwiegend zur Heinemann-Illing-Position verfassen wollen,  äußern Sie sich bitte hier:]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Falls Sie einen Kommentar überwiegend zur Heinemann-Illing-Position verfassen wollen,  äußern Sie sich bitte hier:</p>
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		<title>Kommentare überwiegend zur Krämer-Sinn-Position</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jul 2012 21:14:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Lucke, Universität Hamburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Falls Sie einen Kommentar überwiegend zur Krämer-Sinn-Position verfassen wollen,  äußern Sie sich bitte hier:]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Falls Sie einen Kommentar überwiegend zur Krämer-Sinn-Position verfassen wollen,  äußern Sie sich bitte hier:</p>
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		<title>Herzlich willkommen auf der Homepage des Plenums der Ökonomen!</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jul 2012 20:12:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Lucke, Universität Hamburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Die Abstimmung über die vom Plenum der Ökonomen erarbeitete Stellungnahme zur Europäischen Bankenunion erbrachte folgendes Ergebnis: An der Abstimmung haben sich 237 Kollegen beteiligt. Unter den abstimmenden Kollegen ist die Stellungnahme mit 219 Ja-Stimmen mit überwältigender Mehrheit angenommen worden, &#8230; <a href="http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/?p=543">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Abstimmung über die vom Plenum der Ökonomen erarbeitete <strong><a href="http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/wp-content/uploads/2012/07/Abstimmungstext-3.9.12.doc">Stellungnahme zur Europäischen Bankenunion </a> </strong> erbrachte folgendes Ergebnis: An der Abstimmung haben sich 237 Kollegen beteiligt. Unter den abstimmenden Kollegen ist die Stellungnahme mit 219 Ja-Stimmen mit überwältigender Mehrheit angenommen worden, bei 10 Nein-Stimmen und 8 Enthaltungen.</strong>“</p>
<p>Dies zeigt, dass unter den deutschen Volkswirten ein sehr breiter Konsens zu den Grundzügen einer europaweiten Bankenregulierung vorliegt, auch wenn einige aktuelle Fragen, die sich im Zusammenhang mit einer Europäischen Bankenunion stellen, noch nicht Gegenstand der Debatte und der Stellungnahme sein konnten.</p>
<p>Das Präsidium des Plenums der Ökonomen: Andreas Haufler, Monika Merz, Wolfram Richter und Bernd Lucke</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><strong>Die Debatte zur Einführung und Ausgestaltung einer Bankenunion in der Eurozone wurde am 18. Juli mit folgendem Schreiben eröffnet:</strong></h3>
<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen,<br />
auf dem Brüsseler Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 28. und 29. Juni wurde grundsätzlich die Einführung einer Bankenunion in der Eurozone beschlossen. Diese Bankenunion soll die Voraussetzung dafür sein, dass europäische Banken direkte Kredite aus dem ESM erhalten können.</p>
<p>Dieser Beschluss hat bereits zu lebhaften Reaktionen unter den deutschen Volkswirten geführt. Zunächst initiierte der Kollege Walter Krämer (Dortmund) eine Stellungnahme, in der vor den Gefahren einer gemeinschaftlichen Haftung im Rahmen einer Bankenunion gewarnt wird:</p>
<p><a title="Krämer" href="http://www.statistik.uni-dortmund.de/kraemer.html" target="_blank">Krämer-Aufruf mit Unterzeichnerliste</a></p>
<p>Diese Stellungnahme hat zunächst zu einer kritischen <a title="Bofinger" href="http://www.sueddeutsche.de/B5938C/709345/Eine-direkte-Erwiderung.html" target="_blank">Erwiderung von Peter Bofinger</a> geführt.</p>
<p>In direkter Reaktion auf die Krämer-Stellungnahme, aber nicht als Gegenaufruf, initiierten Frank Heinemann (Berlin) und Gerhard Illing (München) eine Stellungnahme, in der die Vorteile einer EU-weiten Regulierung und Integration des europäischen Finanzsystems als Instrument zur Lösung der Euro-Krise herausgestellt werden.</p>
<p><a title="HeinemannIlling" href="http://www.macroeconomics.tu-berlin.de/fileadmin/fg124/allgemein/Stellungnahme_zur_Europaeischen_Bankenunion.pdf" target="_blank">Heinemann-Illing Aufruf mit Unterzeichnerliste</a></p>
<p>Beiden Stellungnahmen hat sich eine große Zahl von deutschsprachigen Volkswirten angeschlossen. Die Gemeinsamkeiten, aber auch die trennenden Elemente zwischen den beiden Stellungnahmen wurden in einem Gastbeitrag von Walter Krämer und Hans-Werner Sinn in der FAZ thematisiert:</p>
<p><a title="KrämerSinnFAZ" href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/oekonomen-aufruf-die-risiken-der-rettungspolitik-11814959.html" target="_blank">FAZ-Beitrag von Krämer und Sinn vom 9.7.2012</a></p>
<p>Parallel zu diesen Entwicklungen hat der Sachverständigenrat ein <a href="http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/download/publikationen/sg2012.pdf" target="_blank">Sondergutachten</a> mit dem Titel „Nach dem EU-Gipfel: Zeit für langfristige Lösungen nutzen“ herausgegeben, das sich unter anderem auch ausführlich mit einem langfristigen Ordnungsrahmen für den europäischen Bankensektor beschäftigt (Ziffern 50-66 des Gutachtens auf S. 27-33).</p>
<p>Das Präsidium des Plenums der Ökonomen möchte diese laufende Diskussion um die Einführung und Ausgestaltung einer Bankenunion aufgreifen und ihr ein Forum geben. Dabei soll es insbesondere um die Frage gehen, ob und wie eine EU-weite Bankenunion inhaltlich so ausgestaltet werden kann, dass sie:</p>
<p>- einerseits eine wirksame Hilfe zur Stabilisierung des Bankensektors in der Eurozone und zur Eindämmung der europäischen Staatsschuldenkrise leistet;</p>
<p>- gleichzeitig aber weder eine gemeinschaftliche Haftung für ausstehende Bankschulden übernimmt, noch Fehlanreize für das zukünftige Verhalten der europäischen Banken setzt.</p>
<p>Welche Elemente müsste eine so zu gestaltende Bankenunion enthalten, welche darf sie nicht enthalten?</p>
<p>Das Präsidium des Plenums hofft auf eine konstruktive Debatte zu diesem für die Zukunft der Eurozone sehr wichtigen Problembereich. <strong>Die Debatte ist bis Freitag, 17. August 2012 geöffnet</strong>. Im Anschluss an die Debatte soll eine Stellungnahme erarbeitet und zur Abstimmung gestellt werden, die – wo dies möglich ist &#8211; die gemeinsamen Positionen der deutschsprachigen Volkswirte zu dieser Thematik herausstellt. Damit soll auch der Öffentlichkeit gezeigt werden, dass die Einschätzungen der Wirtschaftswissenschaftler zur Bankenunion sich keineswegs fundamental widersprechen, auch wenn die ursprünglichen Aufrufe von vielen Medien so interpretiert worden sind. Wo es notwendig ist, sollen in der Stellungnahme aber auch unterschiedliche Einschätzungen und Bewertungen zur Bankenunion nicht verschwiegen werden.</p>
<p>Wenn Sie an dieser Debatte teilnehmen möchten, schreiben Sie Ihren Beitrag bitte als Kommentar auf einer der folgenden Seiten:</p>
<p><a title="KommKrämerSinn" href="http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/?p=848" target="_blank">Kommentare überwiegend zur Krämer-Sinn-Position</a></p>
<p><a title="KommHeinemannIlling" href="http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/?p=850" target="_blank">Kommentare überwiegend zur Heinemann-Illing Position</a></p>
<p><a title="KommAndere" href="http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/?p=818" target="_blank">Andere oder beitragsübergreifende Kommentare</a></p>
<p>Mit dieser Debatte geht der Vorsitz im Präsidium des Plenums der Ökonomen auf Andreas Haufler über.</p>
<p>Das Präsidium des Plenums der Ökonomen<br />
Andreas Haufler, Monika Merz, Wolfram Richter</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Zum Plenum der Ökonomen:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das Plenum der Ökonomen wurde 2010 gegründet, um die interessierte Öffentlichkeit zeitnah über die wissenschaftliche Einschätzung von Angelegenheiten mit herausragender nationaler Bedeutung zu informieren. Stellungnahmen des Plenums erfolgen unregelmäßig; sie stellen nicht auf das tagespolitische Geschehen sondern auf grundsätzliche Fragestellungen ab.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn Sie Hochschullehrer für Volkswirtschaftslehre sind und am Plenum der Ökonomen mitwirken möchten, wenden Sie sich bitte an lucke at econ.uni-hamburg.de.</p>
<p style="text-align: justify;">Die erste Stellungnahme des Plenums der Ökonomen erfolgte am 23.2.2011 zur EU-Schuldenkrise.</p>
<p style="text-align: justify;"><a title="Stellungnahme zur EU-Schuldenkrise" href="http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/?p=581">Text der Stellungnahme zur EU-Schuldenkrise</a><br />
<a href="http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/?p=640">Diskussionsbeiträge zur Stellungnahme</a><strong><a href="http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/?p=640"><br />
</a><br />
Abstimmungsergebnis EU-Schuldenkrise: Abgegeben wurden 209 Stimmen. Davon votierten 190 mit &#8220;Ja&#8221;, 8 mit &#8220;Nein&#8221; und 11 mit &#8220;Enthaltung&#8221;.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Einige öffentliche Stellungnahmen von Mitgliedern des Plenums der Ökonomen zur EU-Schuldenkrise finden Sie <a href="http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/?p=640">hier</a>.</p>
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		<title>Andere und beitragsübergreifende Kommentare</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jul 2012 21:12:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Lucke, Universität Hamburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Falls Sie einen Kommentar verfassen wollen, der sich z. B. vergleichend mit der Krämer-Sinn Position und der Heinemann-Illing-Position befasst oder andere Positionen betonen möchte, äußern Sie sich bitte hier:]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Falls Sie einen Kommentar verfassen wollen, der sich z. B. vergleichend mit der Krämer-Sinn Position und der Heinemann-Illing-Position befasst oder andere Positionen betonen möchte, äußern Sie sich bitte hier:</p>
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		<title>Beitrag Dirk Niepelt</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 22:09:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Lucke, Universität Hamburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Dirk Niepelt, SZ Gerzensee und Universität Bern: Wie können und sollen die anhaltenden Leistungsbilanzungleichgewichte im Euroraum bewältigt werden? Sind dafür beispielsweise institutionelle Reformen nötig? Bei den „Leistungsbilanzungleichgewichten“ der vergangenen Dekade im Euroraum handelte es sich nur teilweise um Ungleichgewichte im &#8230; <a href="http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/?p=793">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dirk Niepelt, SZ Gerzensee und Universität Bern:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wie können und sollen die anhaltenden Leistungsbilanzungleichgewichte im Euroraum bewältigt werden? Sind dafür beispielsweise institutionelle Reformen nötig?</p>
<p style="text-align: justify;">Bei den „Leistungsbilanzungleichgewichten“ der vergangenen Dekade im Euroraum handelte es sich nur teilweise um Ungleichgewichte im Sinne exzessiver Überschüsse oder Defizite. Wo solche Ungleichgewichte bestanden, haben sie sich zuletzt zurückgebildet — und zwar teilweise stärker als uns lieb sein kann. Institutionelle Reformen mit dem Ziel, Leistungsbilanzsaldi direkt zu steuern, sind unnötig. Korrekturen des Markt- und Politikversagens auf den Finanzmärkten hingegen tun not.</p>
<p style="text-align: justify;">Leistungsbilanzüberschüsse oder –defizite eines Landes spiegeln sich im Auf- oder Abbau von Auslandsvermögen. In einer entwickelten Volkswirtschaft mit alternder Bevölkerung wie der Deutschlands stellen Leistungsbilanzüberschüsse ein natürliches und sinnvolles Ergebnis marktwirtschaftlicher Anpassungsprozesse dar. Ebenso sinnvoll sind Leistungsbilanzdefizite in Ländern mit relativ hohen Wachstumsaussichten, wie sie sich beispielsweise in Griechenland nach Umsetzung der geplanten Strukturreformen einstellen könnten.</p>
<p style="text-align: justify;">Exzessive Leistungsbilanzsaldi können infolge verzerrter Preise und Anreizstrukturen im Außenhandel oder im grenzüberschreitenden Finanzierungsgeschäft resultieren. Bei Exporten und Importen sind solche Verzerrungen innerhalb der EU kaum vorhanden, selbst wenn Nettoexporte vereinzelt merkantilistisch verbrämt werden. Auf den Finanzmärkten hingegen bestanden derartige Verzerrungen &#8211; sei es, weil Kapitalexporteure die gebotene Vorsicht vermissen ließen, oder weil die europäische Politik der Erwartung Vorschub leistete, dass Finanzierungsprobleme im Ernstfall sozialisiert würden. Dies schlug sich in den Kapitalverkehrsbilanzen einzelner Länder in exzessiven Kapitalimporten nieder.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Zuge der Finanzmarktkrise haben die Konditionen für grenzüberschreitende Finanzierungen deutlich korrigiert. Private Finanzierungsquellen sind versiegt und ohne zwischenstaatliche Finanzierungshilfen wären die Empfängerländer angesichts negativ gestimmter Märkte heftigsten kurzfristigen Anpassungsprozessen ausgesetzt. Die Korrektur überhöhter Kapitalimporte und entsprechend überhöhter Leistungsbilanzdefizite ist somit im Gange und möglicherweise sogar über das Ziel hinausgeschossen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Entwicklungen der vergangenen Jahre haben Markt- und Politikversagen größeren Ausmaßes im Bereich der Finanzmärkte offenbart. Dasselbe Markt‐ und Politikversagen stand auch am Ursprung exzessiver Kapitalimporte und Leistungsbilanzdefizite. Reformen setzen daher sinnvollerweise hier — bei Finanzmarktaktivitäten und -akteuren — an. Dabei können Leistungsbilanzsaldi, die eine Vielzahl struktureller und konjunktureller Faktoren widerspiegeln, Hinweise auf tiefer liegende Probleme liefern. Als wirtschaftspolitische Zielgröße eignen sie sich nicht.</p>
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		<title>Beitrag Renate Ohr</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 22:05:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Lucke, Universität Hamburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Renate Ohr, Universität Göttingen: Risikoprämien müssen Länderrisiken spiegeln Anhaltende Leistungsbilanzsalden (seien es Defizite oder Überschüsse) werden heutzutage in der Regel als Ungleichgewichte bezeichnet. Aber nicht jeder längerfristig bestehende Leistungsbilanzsaldo ist automatisch ein Ungleichgewicht. Leistungsbilanzsalden können zwar damit erklärt werden, dass &#8230; <a href="http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/?p=795">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Renate Ohr, Universität Göttingen:<br />
Risikoprämien müssen Länderrisiken spiegeln</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Anhaltende Leistungsbilanzsalden (seien es Defizite oder Überschüsse) werden heutzutage in der Regel als Ungleichgewichte bezeichnet. Aber nicht jeder längerfristig bestehende Leistungsbilanzsaldo ist automatisch ein Ungleichgewicht. Leistungsbilanzsalden können zwar damit erklärt werden, dass in dem betreffenden Land gesamtwirtschaftliche Ersparnis und gesamtwirtschaftliche Investitionen nicht übereinstimmen, doch ist dies im intertemporalen Kontext nicht immer als Ungleichgewicht zu interpretieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein Leistungsbilanzdefizit bedeutet dabei, dass das Land mehr verbraucht, als es selbst produziert. Besteht die inländische Nachfrage jedoch zum hohen Anteil aus einer Nachfrage nach Investitionsgütern, so bereitet dies den Boden für künftig hohes Wachstum. Daraus entstehende Leistungsbilanzdefizite sind fundamental gerechtfertigt. Ein Leistungsbilanzdefizit, das durch entsprechende Kapitalströme finanziert wird, ist somit dann nicht als problematisch anzusehen, wenn diese Kapitalzuflüsse zugleich Investitionen ermöglichen, deren Renditen höher sind als der an das Ausland zu zahlende Zins.</p>
<p style="text-align: justify;">Problematisch ist es allerdings, wenn der Zins nicht den wirtschaftlichen Bedingungen des Landes entspricht, sondern zu niedrig ist, wie es in den derzeitigen Defizitländern im Euroraum der Fall war. Durch die Währungsunion war zwar eigentlich nur das Wechselkursrisiko ausgeschaltet worden und nicht das Länderrisiko, doch nahmen die Märkte vorweg, dass sich die Mitglieder der Währungsunion im Zweifelsfall über die „no bail out-Vereinbarung“ hinwegsetzen und unsoliden Partnern helfen würden. Dieser Mangel an Glaubwürdigkeit der vereinbarten no bail out-Regelung war die Ursache, dass die Schuldnerländer zu viele Kredite mit zu niedrigen Zinsen aufnehmen konnten und die Gläubigerländer diese bereitwillig gaben, ohne dass eine produktive Verwendung gesichert war.</p>
<p style="text-align: justify;">Die anhaltenden Leistungsbilanzdefizite waren hier somit durch unsolide nationale Wirtschaftspolitiken verursacht worden, die eine zu hohe private und staatliche Konsumnachfrage und mangelnde preisliche Wettbewerbsfähigkeit bewirkt hatten. Spiegelt sich eine unsolide Wirtschaftspolitik aber nicht in den Risikoprämien, so werden solche Leistungsbilanzdefizite zunächst immer weiter durch Kredite aus dem Ausland finanziert, wobei die binnen- und außenwirtschaftliche Situation aber zunehmend instabiler wird. Auch in einer Währungsunion ist dann letztlich zur Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Dämpfung des internen Verbrauchs in den Defizitländern eine reale Abwertung notwendig – sei es durch Anpassungen von Löhnen und Preisen nach unten oder durch einen Austritt und die Abwertung der dann wieder existierenden eigenen Währung. Eine Korrektur der Wirtschaftspolitik (interne Abwertung) ist aber oft mit hohen sozialen Kosten verbunden und von den Bürgern schwerer zu akzeptieren (siehe die Streiks in Griechenland) als eine Wechselkursanpassung (externe Abwertung nach Austritt aus der Währungsunion). Letztere würde von den Bürgern der Länder eher akzeptiert werden, da der Realeinkommensverlust dabei weniger fühlbar ist. Zugleich würde sich die Anpassungslast auf Defizit- und Überschussländer verteilen, da die Überschussländer entsprechend real aufwerten würden, ohne dies aber durch eine inflationäre Lohn- und Preispolitik bewirken zu müssen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die richtige institutionelle Antwort auf die derzeitigen Leistungsbilanzungleichgewichte im Euroraum wären also der Austritt einiger Defizitländer aus der EWU und eine verlässlichere Vorgabe, dass Länderrisiken künftig nicht mehr durch die Gemeinschaft getragen werden, sondern sich in den Risikoprämien niederschlagen müssen.</p>
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		</item>
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		<title>Beitrag Oliver Landmann</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 21:54:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Lucke, Universität Hamburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Oliver Landmann, Universität Freiburg: Der steinige Weg zurück zu ausgeglichenen Leistungsbilanzen in Europa Europa läuft Gefahr, sich an seinen internen Ungleichgewichten und den daraus hervorgegangenen Schuldenüberhängen zu verschlucken. Anstelle einer Politik, die der Bedrohung effektiv begegnen würde, ist ein Seilziehen &#8230; <a href="http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/?p=790">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Oliver Landmann, Universität Freiburg:<br />
Der steinige Weg zurück zu ausgeglichenen Leistungsbilanzen in Europa</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Europa läuft Gefahr, sich an seinen internen Ungleichgewichten und den daraus hervorgegangenen Schuldenüberhängen zu verschlucken. Anstelle einer Politik, die der Bedrohung effektiv begegnen würde, ist ein Seilziehen darüber im Gange, wer am Ende für die unbezahlten Rechnungen aufkommen muss.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie es so weit kam, ist weitgehend unstrittig: Am Anfang stand der Kredit- und Ausgabenboom, der in den vormaligen Hochzinsregionen Europas durch den Wegfall des Währungsrisikos und den Zugang zu billigem langfristigen Kapital ausgelöst worden war. Zwar erklärt uns jedes Lehrbuch der Außenwirtschaftstheorie, wie international mobiles Kapital es Sparern und Investoren erlaubt, den Einsatz der Ressourcen über die Zeit hinweg zu optimieren und so eine höhere Wohlfahrt zu erzielen. Allerdings nur unter der Prämisse, dass alle Beteiligten ihre Budgetrestriktionen beachten. Diese Prämisse konnten weder die Politik noch die Märkte durchsetzen. Die Politik hatte seit dem Maastrichter Vertrag ihre ganze Aufmerksamkeit auf die Begrenzung der Staatsverschuldung gerichtet. Damit hat sie sich nicht nur auf das falsche Objekt kapriziert &#8211; der Aufbau der Verschuldung fand mit Ausnahme Griechenlands im wesentlichen im privaten Sektor statt -, sondern sie hat dafür mit dem Stabilitätspakt auch ein Instrument eingesetzt, das sich als völlig zahnlos erwiesen hat. Die Disziplinierung des Kreditwachstums durch die Märkte funktionierte im Vorfeld der Krise in Europa ebenso wenig wie z.B. in den USA.</p>
<p style="text-align: justify;">Jede Neuordnung der Währungsunion wird daher institutionelle Vorkehrungen dafür treffen müssen, dass in Zukunft keine Ponzi-Spiele mehr gespielt werden können. Die gemachten Erfahrungen legen nahe, dass es hierbei mit einer griffigen Schuldenbremse und einer glaubwürdigen Insolvenzregelung für souveräne Schuldner nicht getan ist, sondern dass die Politik darüber hinaus mit den Instrumenten der Kapitalmarktregulierung, der Kreditpolitik und/oder der Fiskalpolitik verhindern muss, dass das Konjunktur- und Inflationsgefälle zwischen den verschiedenen Teilen der Währungsunion so aus dem Ruder läuft, wie dies in den letzten 15 Jahren der Fall war.</p>
<p style="text-align: justify;">Vor einer längerfristigen Reform der Währungsunion gilt es jedoch die jetzige akute Krise zu bewältigen. Sind die Märkte nicht mehr bereit, anhaltende Leistungsbilanzdefizite weiter zu finanzieren, und sind auch die Steuerzahler in den Überschussländern nicht mehr bereit, für die privaten Kapitalgeber einzuspringen, führt nichts mehr daran vorbei, die Defizite zu eliminieren. Hierfür gibt es nur drei Wege (oder eine Kombination davon):</p>
<p style="text-align: justify;">Weg 1: Die Exportmärkte der Defizitländer erfahren einen dynamischen Aufschwung;<br />
Weg 2: Die Wettbewerbsfähigkeit der Defizitländer verbessert sich substanziell;<br />
Weg 3: Die Binnennachfrage der Defizitländer schrumpft radikal;</p>
<p style="text-align: justify;">Weg 1 dürfte in einer auf Konsolidierung, Deleveraging und Inflationssteuerung getrimmten Welt bis auf weiteres verbaut sein. Weg 2 erfordert in Abwesenheit des Wechselkursventils sehr viel Zeit. Weg 3 wird derzeit begangen und verstärkt den steilen Absturz der Konjunktur in den Defizitländern &#8211; in Griechenland brach zwischen 2008 und 2011 die Binnennachfrage um 18% und das BIP um 12% ein, während sich das Leistungsbilanzdefizit ungefähr halbierte (OECD-Daten). Vor dem Hintergrund einer Outputlücke von über 11% kann man trotz weiterhin anhaltendem (wenn auch schrumpfendem) Leistungsbilanzdefizit kaum mehr davon sprechen, das Land lebe „über seine Verhältnisse“. Welcher Ausblick ergibt sich hieraus?</p>
<p style="text-align: justify;">1.<br />
Die Strategie, eisern an Weg 3 festzuhalten und die internationale Wettbewerbsfähigkeit durch Strukturreformen und Deflation wiederherzustellen, könnte für das offene, flexible und exportstarke Irland aufgehen (die irische Leistungsbilanz ist mittlerweile wieder aktiv). In den Ländern der südlichen Peripherie wird diese Strategie scheitern, weil sie ökonomisch und politisch nicht durchzuhalten sein wird.</p>
<p style="text-align: justify;">2.<br />
Im Falle Griechenlands (und Portugals?) ist schwer vorstellbar, wie die Abhängigkeit von Kapitalimporten und/oder Transfers in nützlicher Frist mit der aktuellen Schuldenbelastung und unter Beibehaltung des Euro überwunden werden könnte. Ein Austritt aus der Währungsunion erscheint früher oder später unvermeidlich. Dass in diesem Fall eine Kapitalflucht und eine massive Erhöhung der Schuldenlast drohten, stellt kein wirkliches Gegenargument dar, weil eine „interne Abwertung“ weitgehend denselben Effekt hätte &#8211; einfach verzögert.</p>
<p style="text-align: justify;">3.<br />
Defizitländer, deren Solvenz bei moderaten Zins-Spreads plausiblerweise gewährleistet wäre, sollten für konsequentes Konsolidieren mit einer ebenso konsequenten Lender-of-Last-Resort-Haltung der EZB unterstützt werden. Da die Austerität einem Kälteschock für die Konjunktur gleichkommt, sollte sie durch eine allgemeine Reflationierung Europas flankiert werden. Dies wäre nicht nur die richtige Medizin gegen ein Abgleiten der Eurozone in eine Rezessions- (und möglicherweise Deflations-)spirale, sondern würde auch die Bewältigung der Schuldenlasten und die notwendige Korrektur der realen Wechselkurse im verbleibenden Rest der Eurozone erleichtern.</p>
<p style="text-align: justify;">4.<br />
Mit dem Flankenschutz eines akkommodierenden europäischen Nachfragemanagements kann die Korrektur der Leistungsbilanzungleichgewichte gelingen und Luft für die Umsetzung der oben skizzierten institutionellen Überholung der Währungsunion geschaffen werden. Setzt die Politik dagegen weiterhin ausschließlich auf Disziplinierung und Schrumpfung der Defizitländer, riskiert sie die weitere Desintegration der Währungsunion.</p>
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		<title>Beitrag Clemens Fuest</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 21:51:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Lucke, Universität Hamburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Clemens Fuest, University of Oxford: Wie können die anhaltenden Leistungsbilanzungleichgewichte im Euroraum abgebaut werden? Die Leistungsbilanzungleichgewichte im Euroraum spielen sowohl für die Entstehung der Verschuldungskrise als auch für ihre Überwindung eine zentrale Rolle. Entstanden ist die Krise dadurch, dass einige &#8230; <a href="http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/?p=787">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Clemens Fuest, University of Oxford:<br />
Wie können die anhaltenden Leistungsbilanzungleichgewichte im Euroraum abgebaut werden?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Leistungsbilanzungleichgewichte im Euroraum spielen sowohl für die Entstehung der Verschuldungskrise als auch für ihre Überwindung eine zentrale Rolle. Entstanden ist die Krise dadurch, dass einige Länder sich in den Jahren nach der Einführung der gemeinsamen Währung massiv im Ausland verschuldet und willige Kreditgeber gefunden haben – diese Verschuldung hat teils im privaten und teils im öffentlichen Sektor stattgefunden. Das schlug sich in wachsenden Leistungsbilanzdefiziten nieder. Nun findet die Eurozone sich in einer Situation wieder, die höchst instabil ist. Die Krisenländer weisen erstens einen hohen Schuldenstand auf und haben zweitens noch immer hohe Leistungsbilanzdefizite. Private Investoren haben kalte Füße bekommen und wollen laufende Kredite nicht verlängern, zusätzliches Kapital wollen sie schon gar nicht bereitstellen. Deshalb werden die aktuellen Defizite und die Refinanzierung der Altschulden durch staatliche Eingriffe aufrechterhalten. Das sind zum einen die im Rahmen der Rettungsschirmpolitik bereitgestellten Kredite. Zum anderen greift die Europäische Zentralbank ein, indem sie Staatsanleihen kauft. Hinzu kommen die im Rahmen der viel diskutierten Target-Salden refinanzierten Kredite.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Verschuldungskrise in der Eurozone kann nur überwunden werden, wenn die Schulden und die laufenden Defizite der Krisenländer abgebaut werden. Eine Möglichkeit, das zu erreichen, würde darin bestehen, die staatlichen Hilfen einzustellen. Die Leistungsbilanzdefizite würden sofort verschwinden, jedenfalls soweit sie durch Kredite finanziert sind. Ein solcher Schritt würde allerdings mit Bankenzusammenbrüchen und Staatsbankrotten in den hoch verschuldeten Ländern einhergehen. Da die Gläubiger ihre Forderungen abschreiben müssten, käme es auch im Rest der Eurozone und darüber hinaus zu großen Verwerfungen. Ein eventueller Austritt einzelner Länder aus der Eurozone würde diese Probleme krzfristig verschärfen. Insgesamt wäre eine massive Wirtschaftskrise zu erwarten. Befürworter dieser Strategie haben offenbar so etwas wie ein ‚reinigendes Gewitter‘ vor Augen, aber letztlich sind die wirtschaftlichen und politischen Risiken kaum kalkulierbar.</p>
<p style="text-align: justify;">Die dem polar entgegengesetzte Strategie besteht darin, die Eurozone in eine ‚Transferunion‘ zu verwandeln, in der die Defizite in den Krisenländern dauerhaft durch Transfers aus den anderen Staaten der Währungsunion finanziert werden. Es ist klar, dass eine solche Transferunion in den Ländern, die zahlen sollen, auf Ablehnung stößt.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn man diese beiden Extremformen der Anpassung ablehnt, bleibt nur eine Kombination aus staatlichen Hilfen und einem Zwang zum Defizitabbau. Auch diese Strategie hat ihre Risiken. Zum einen droht ein jahrelanger, quälender deflationärer Prozess, der allenfalls durch eine starke Euro-Abwertung gemildert werden könnte. Zum anderen besteht zwischen der Gewährung von Hilfen und dem Durchsetzen der notwendigen Anpassungen ein gewisser Widerspruch. Da die Leistungsbilanzdefizite der Krisenländer letztlich stark durch das Niveau der staatlichen Hilfen gesteuert werden, muss das Ziel darin bestehen, zwar Hilfen zu gewähren, diese Hilfen aber im Rahmen von Sanierungsprogrammen degressiv zu gestalten. Um das auch dann umsetzen zu können, wenn die betroffenen Länder die Auflagen der Programme nicht erfüllen, ist es erforderlich, zusätzliche Hilfen verweigern zu können, also notfalls Insolvenzen von Banken und Staaten in Kauf nehmen und auffangen zu können. Genau hier liegt das zentrale Problem des Krisenmanagements in der Eurozone. In Griechenland kann man eine staatliche Insolvenz eventuell hinnehmen, in Portugal vielleicht auch, aber Italien ist ‚too big to fail‘. Im Fall Italiens bleibt wohl nur eine Kombination aus Hilfen und gut zureden sowie die Hoffnung, dass Italien sich vielleicht auch für ‚too big to save‘ hält.</p>
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		<title>Besucherzähler</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 20:34:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Lucke, Universität Hamburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[homepage zähler]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" src="http://counter1.besucherstatistiken.com/private/counter.js?c=dde6cd6f2f7b24cd082a594b208f8c18"></script></p>
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