Kooperationsprojekte im Methodengrundkurs im Sommersemester 2015

Auch in dem kommenden Sommersemester 2015 wird das Projektbüro Angewandte Sozialforschung wieder Kooperationsprojekte in den Methodengrundkurs der Bachelorstudierenden der Politikwissenschaft und Soziologie integrieren.  Im Rahmen dieser Kurse sollen Studierende erstmals eigenständig kleine Forschungsprojekte durchführen und somit ihre erlernten Fähigkeiten in der Praxis anwenden. Aufgrund des „AKTIVOLI Marktplatz – Gute Geschäfte Hamburg“ und weiterer Projektanfragen werden das kommende Sommersemester (Start 01. April)  gleich sechs Projekte in den Methodengrundkurs integriert werden. Erste Projektverhandlungen laufen derzeit. Folgende Kooperationsprojekte sind geplant:

  • Untersuchung des Freizeitverhaltens von Jugendlichen aus der Jugendkirche Hamburg Ost. (Forschungsinteresse: Welche Freizeitaktivitäten gehen Jugendliche mit Bezug zur Kirche neben der Wahrnehmung kirchlicher Angebote nach? Wo halten sie sich in Regel in ihrer Freizeit auf und zu welchen Zeiten tun sie dies? Erhebungsmethode: Online-Umfrage)
  • Der Neue Kupferhof als familienorientierte Maßnahme zur Eingliederung von Kindern mit Behinderung. (Forschungsinteresse: Wie schätzen Nutzerinnen und Nutzer die Möglichkeiten und Grenzen dieser familienorientierten Maßnahme ein? Erhebungsmethode: qualitative Befragungsformen (z.B. Experteninterviews, Gruppendiskussionen))
  • Bedarfsanalyse im Stadtteil Eppendorf: Stadtteilentwicklung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. (Forschungsinteresse: Welche Freizeit-, Kultur-, Bildungs- und Mehrgenerationenangebote werden im Stadtteil von dort ansässigen Familien gekannt und wahrgenommen? Welche weiteren Angebote würden sich Familien ggf. wünschen und welche Möglichkeiten und Grenzen sehen sie für Begegnungen von  Jung und Alt und generationenübergreifende Angebote im Stadtteil? Kooperationspartner: MARTINIerLEBEN e.V.; Erhebungsmethode: qualitative und quantitative Befragungsformen)
  • Bedarfsanalyse des Frauenzentrums FLAKS in Hamburg-Altona (Forschungsinteresse: Aus welchen Gründen wird das Frauenzentrum nicht genutzt und welche  Angebote wäre für eine neue Zielgruppe (jüngere Frauen) von Interesse? Erhebungsmethode: qualitative Inteviews)
  • Bedarfsanalyse für das Bildungsangebot „Bildung für alle! e.V.“ (Forschungsinteresse: Aus welchen Gründen wird das Bildungsangebot von „Bildung für alle! e.V.“ nicht genutzt und was sind Interessen der Zielgruppe? Erhebungsmethode: qualitative Interviews und/oder standartisierter Fragebogen)
  • Bewertung barrierefreier Hamburger Sporthallen aus Sicht von Betroffenen mit dem Hamburger Sportbund (HSB) (Forschungsinteresse: Inwiefern werden als barrierefrei definierte Hamburger Sporthallen von Menschen mit Behinderung unter alltäglichen Bedingungen auch tatsächlich als barrierefrei wahrgenommen? Erhebungsmethode: örtliche Begehung mit Betroffenen und standardisierte Interviews)

Workshop „Politische Allgemeinbildung“ – ein Kooperationsprojekt mit der JOBLINGE-Initiative

Das Projekt entstand aus einem Gespräch zwischen der JOBLINGE-Initiative und dem Projektbüro Angewandte Sozialforschung im Rahmen der AKTIVOLI-Messe 2014. Im Verlauf entwickelte es sich zu einem Kooperationsprojekt zwischen JOBLINGE-Initiative, Projektbüro, dem Dozenten Paul Borsdorf und Studierenden der Politikwissenschaft oder angrenzender Fächer an der Uni Hamburg. Ziel ist es, Jugendlichen, die auf dem Arbeitsmarkt schwer zu vermitteln sind und im Rahmen der JOBLINGE-Initiative unterstützt werden, in einem Workshop von 3-4 Stunden politische Allgemeinbildung didaktisch begründet zu vermitteln, um dadurch ggf. auch perspektivisch politisches Interesse zu wecken. Dazu erarbeiten Teams aus 2 Studierenden (der Politikwissenschaft) ein Konzept für einen solchen Workshop, setzen ihn um und reflektieren anschließend darüber. Sie erhalten dafür Leistungspunkte im Wahlbereich oder im Praxismodul. Der Arbeitsprozess der Studierenden wird von Paul Borsdorf und der JOBLINGE-Initiative inhaltlich-didaktisch, vom Projektbüro koordinierend begleitet und unterstützt.

Abschlussarbeit in Kooperation mit der Patienten-Initiative e.V.

Die Bearbeitung des im Oktober 2014 auf dem „AKTIVOLI Marktplatz – Gute Geschäfte Hamburg“ angebahnten Kooperationsprojektes mit der Patienten-Initiative e.V. erfolgt nun im Rahmen einer Bachelor-Abschlussarbeit von Brian Dietrich. Untersucht werden soll die Frage, inwiefern die Hamburger Arztpraxen aus Sicht der von Behinderung betroffenen Menschen barrierefrei gestaltet sind. Mit Blick auf eine ggf. anschließende umfangreichere Studie in Kooperation mit dem Projektbüro Angewandte Sozialforschung soll im Rahmen dieser Abschlussarbeit eine Art Pretest durchgeführt werden, um ein optimal geprüftes Erhebungsinstrument zu entwickeln. Angestrebt ist ein Methodenmix aus örtlicher Begehung mit Betroffenen sowie eine Befragung mithilfe eines standardisierten Fragebogens. Die Umsetzung des Bachelor-Forschungsprojekts des Soziologie-Studenten ist für den Sommer 2015 geplant.

Evaluation des Fernstudiums "Theologie geschlechterbewusst - kontextuell neu denken" der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD)

Die Evangelische Arbeitsstelle Fernstudium bietet seit Beginn der 2000er Jahre das Fernstudium „Feministische Theologie“ an, das sieben Studienbriefe umfasst. Im Rahmen einer Revision dieser Briefe wurden und werden die Studienbriefe grundlegend konzeptuell überarbeitet, um aktuelle Diskussionen und Erkenntnisse in diesem Themenbereich systematisch in das Material aufnehmen zu können. Im Zuge der Revision wurde der Titel des Studiengangs umbenannt in „Theologie geschlechterbewusst – kontextuell neu denken“. Im Zuge der Überarbeitung des Studienmaterials eröffneten sich den beteiligten Akteuren weitergehende Fragen: Welche Personengruppen nutzen das Fernstudium? Welche Erfahrungen machen die Teilnehmenden mit dem Fernstudium? Wie bewerten sie das Studium und die dazugehörigen Studienbriefe? Inwiefern können die Erfahrungen aus dem Fernstudium sowie einzelne Studienbriefe für die Weiterentwicklung des Studiums einerseits, für einen breiter angelegten (theologisch-feministischen) Diskurs in der Evangelischen Kirche Deutschland andererseits genutzt werden? Diese Fragen werden derzeit von einem Forschungsteam des Projektbüros Angewandte Sozialforschung evaluiert. Ziel der Evaluation ist es, (1) einen Überblick über die konkrete Inanspruchnahme dieses Studiums und der dazugehörigen Briefe und (2) einen vertieften Einblick in die Motivlagen und Bewertungen mit Blick auf das Fernstudium sowie die Studienbriefe aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer zu erhalten. Zur Klärung dieser Fragen wird ein Forschungsteam, bestehend aus zwei externen Wissenschaftler/innen sowie zwei studentischen Hilfskräften, mithilfe von einer quantitativen Online-Umfrage sowie qualitativer Fokusgruppendiskussionen Datenmaterial erheben. Anschließend wird das erhobene Material ausgewertet. Die zentralen Ergebnisse werden in einer Broschüre sowie in einer Abschlusspräsentation inklusive eines ergänzenden Tabellenbands aufbereitet.