Nordjemen (Militärteile, 1962 - 1969)

AKUF-Datenbanknr.:

68

Kriegsdauer:

10/1962 - 1969

Kriegstyp:

A-1

Kriegsbeendigung

durch Vermittlung Dritter (Arabische Liga)


Kriegführende

Seite A

Republikanische Truppen

Seite B

Nordjemen

Intervention zugunsten A:

Ägypten (10/1962 - 10/1967)

KONFLIKTGEGENSTAND UND -ZIELE

Es handelte sich um einen Konflikt um das politische System: Erhaltung des traditionellen, patrimonialen Imamats¹ versus Errichtung einer jemenitischen Republik. Ägypten wollte durch seine Intervention zugunsten der republikanischen Truppen seine Rolle als arabische Führungsmacht verdeutlichen und die eigene, panarabische, antiroyalistische Politik fördern. Saudi Arabien, das die Truppen des Imamats unterstützte, fürchtete negative Auswirkungen auf das eigene traditionale System durch die republikanische Bewegung im Jemen. Nicht zu unterschätzen sind die tribalen Konfliktlinien, die in der jemenitischen Politik bis heute eine zentrale Rolle spielen. Die offen zur Schau getragene Bewaffnung der "Stammeskrieger" legt davon ein eindeutiges Zeugnis ab.

ERGEBNISSE DES KRIEGES

Die imamitischen Truppen gaben auf. Nach einer Versöhnungskonferenz 1969 im Jemen wurde das republikanische System beibehalten. Vereinzelt zogen sich die Kämpfe jedoch noch bis 1970 hin.

ANMERKUNGEN

[1] Jede jemenitische Regierung bedarf einer islamischen Legitimation, allerdings ist der Begriff des Imamats speziell mit dem im Norden des Jemen vorherrschenden zaiditischen Islam verbunden.

Dietrich Jung