Das Zentrum für Ökonomische und Soziologische Studien (ZÖSS) wurde in „Personalunion“ mit dem Masterstudiengang „Ökonomische und Soziologische Studien“ der ehemaligen Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP) konzipiert und begründet.

Die Planungen für einen Studiengang „Ökonomische und Soziologische Studien“, der 2003 vom Hochschulsenat der HWP prinzipiell beschlossen wurde, hatten bereits im Jahr 2001 begonnen. Zum Programmverantwortlichen für den Masterstudiengang wurden Prof. Dr. Harald Mattfeldt, als Forschungsdirektor für das ZÖSS Prof. Dr. Werner Goldschmidt gewählt. Der Studiengang wurde im Sommersemester 2004 eröffnet. Die erste Lernwerkstatt (Leitung: Mattfeldt/Goldschmidt, Thema: Krise und Regulierung) wurde vom SoSe 2004 bis zum SoSe 2005 durchgeführt. Die 1. Akkreditierung des Studiengangs durch AQUIN wurde Ende März 2005 auf fünf Jahre erteilt.

Das ZÖSS hatte faktisch schon seit April 2004 existiert und wurde formell vom Hochschulsenat der HWP am 22.09.2004 beschlossen; das ZÖSS war bei den Rechtsnachfolgern das Forschungszentrum der Fakultät Wirtschaft und Sozialwissenschaft der Hamburger Universität und des Departments/Fachbereichs Sozialökonomie.

Die ehemaligen Satzungen des ZÖSS und des Studiengangs sahen eine engste, auch personelle, Vereinigung vor, indem der für die Studien- und Prüfungsorganisation zuständigen Masterausschuss und die ZÖSS-Mitgliederversammlung faktisch eine Einheit bildeten, ihre paritätische Interessenwahrnehmung gewährleisteten und alle Lehrenden und Masterstudierenden automatisch Mitglieder des ZÖSS waren. Abgesehen von dem beabsichtigten „Schulterschluss“ von Lehre und Forschung war diese Lösung insofern nötig, als nach dem damaligen gültigen HWP-Gesetz für die Forschung und das ZÖSS keine Finanzierung vorgesehen waren, sodass der Masterstudiengang für die anstehende Forschungsfinanzierung die Mittel bereitstellen musste.

Die erste Phase des Masterstudiengangs und des ZÖSS bis zum SoSe 2005 diente mit allen Kräften dem Aufbau des Studienganges, so dass hier die Entwicklung des Forschungszentrums zunächst zurückstehen musste.

Mit dem Wechsel der Studiengangs-/ZÖSS-Leitung im Jahr 2005 (Mattfeldt/Lambrecht) begann eine Initiative zur Organisation des Forschungszentrums im und für den Studiengang. Grundlegend dafür war die Entwicklung von Forschungsfeldern, in denen die Promovierenden einschließlich ihrer Betreuer/innen aus der HWP, zunächst nur insbesondere der VWL und Soziologie, koordiniert und thematisch konzentriert wurden. Dieses Organisationsprinzip (bottom up) folgte den Satzungspunkten der Wissenschafts- und Forschungsorientierung des Studiengangs und der Nachwuchsbetreuung sowie -förderung durch das ZÖSS und seine Lehrenden. Als Forschungsfelder konstituierten sich seit dem SoSe 2006 fünf Forschungsfelder mit diversen Forschungsschwerpunkten:

  1. Sozialökonomie des demokratischen Gemeinwesens [Res Publica];
  2. Subjektivierung und Teilhabe;
  3. Sozialplattform Metropolregion Hamburg: Social cohesion and integratio;
  4. Marktversagen, makroökonomische Konsequenzen und Wirtschaftspolitik;
  5. Bildung und Weiterbildung im Lebenszusammenhang: Hamburger Biografie- und Lebenslaufpanel [HBLP].


Die zweite Lernwerkstatt des Masterstudienganges (Leitung: Volkmann/Lambrecht; Thema: Leitbild Metropole Hamburg: Wachsende Stadt – schrumpfendes Gemeinwesen?) wurde vom SoSe 2005 bis zum SoSe 2006 durchgeführt. Die sich daran anschließende Lernwerkstatt vom SoSe 2006 bis zum SoSe 2007 stand unter dem Thema Alter in der Großstadt. Regionalökonomische und soziologische Aspekte der demographischen Entwicklung in Hamburg (Leitung: Mattfeldt/Stappenbeck).

Mit dem Rücktritt von Prof. Mattfeldt als Programmverantwortlichem zum WiSe 2006/2007 übernahm diese Funktion der amtierende Forschungsdirektor Prof. Lars Lambrecht. Das Schwergewicht für den Aufbau des ZÖSS lag nun über die Organisation der Forschungsfelder hinaus in der Akquisition von Kooperationspartnern zur bislang noch fehlgeschlagenen Gewinnung von Drittmittelförderungen:

  1. In Kooperation mit der Hamburger HafenCityUniversität (HCU) zunächst leitende Beteiligung an der unter südschwedischer Federführung vorgetragene Bewerbung für das Brüsseler (2007).
  2. Bewerbung von 2007/2008 zusammen mit Prof. Dr. R. Finelli (Bari/Rom) zum (PPP) von DAAD/Vigoni für den wissenschaftlichen Nachwuchs im ZÖSS zum Thema Politische Theorie des demokratischen Gemeinwesens (Res Publica)
  3. 2009 Teilnahme am Kongress zur Bewerbung um ein Forschungsprojekt der südkoreanischen Regierung, betr. begriffsgeschichtlicher Grundlagenforschung unter der Leitung von Dr. Hong Young-Du von der Faculty of Liberal Arts and Humanities und zum Projekt Gocal Peace Humanities am Institute of Humanities unter Leitung Prof. Dr. Kim KyungSuk (beide ChungBuk National Universty/ CheongJu).
  4. DFG-Antrag zur Förderung des Forschungsprojekts von Prof. Lambrecht: Prodemokratisches Denken im 19. Jahrhundert Das Beispiel Karl Nauwerck. Eine historisch-soziologische Intellektuellenbiographie.


Mittlerweile zählen zur Rubrik der Drittmittelförderung auch das Stipendienwesen öffentlicher Stiftungen und Einrichtungen, die hier die Promovierenden der ehemaligen HWP in einem zwar noch nicht dokumentierbaren, aber nach dem Augenschein überdurchschnittlichen Maße zuteilwurden. Dass darüber hinaus das ZÖSS hinsichtlich einer eigenen Drittmittelfinanzierung seiner Forschungsprojekte in der vergangenen kurzen Zeit noch nicht weiter erfolgreich sein konnte, war der permanenten personellen Unterausstattung geschuldet, die sich für die Situation der Forschungsdirektion erst mit dem Eintritt von Andreas Merkens als Studiengangskoordinator ab SoSe 2008 entscheidend verbesserte. Mit der ab SoSe 2007 erfolgten Einstellung einer studentischer Hilfskraft aus den Mitteln der Professorenstelle des Forschungsdirektors sowie per Werkverträge für die Öffentlichkeitsarbeit bis 2009 konnten in erster Linie die Website des ZÖSS beraten und gestaltet, die Organisation der Forschungsfelder weiter vorangetrieben und die Vertretungen aus den Kooperationsvereinbarungen betreut werden (verantwortlich: Semra Dogan, M.A.)

Die vierte Lernwerkstatt des Masterstudienganges (Leitung: Lambrecht/Hartz; Thema: „Metropolregion Hamburg: Soziale Ungleichheit und ,neues Prekariat'") wurde vom WS 2007/08 bis WS 2008/09 durchgeführt. Daran schloss sich im WiSe 2008/09 die fünfte Lernwerkstatt mit dem Thema „Grenzenlose Arbeit? Deregulierung, Reorganisation und Marktlichkeit. Arbeit und Leben zwischen Kreativität und Prekarität in ökonomischer und soziologischer Perspektive“ unter der Leitung von Prof. Stefanie Ernst und Prof. Hans-Jürgen Bieling an, die bis zum WiSe 2009/10 andauerte.

Mit Prof. Lambrechts anstehender Pensionierung wurde vom Masterausschuss im WiSe 2008/09 Frau Prof. Dr. Ingrid Größl als Programmverantwortliche des Studienganges nachgewählt und Prof. Lambrecht im SoSe 2009 von der neuer Fakultätsleitung zur Entlastung von Frau Größl als „Kommissarischer Forschungsdirektor für eine begrenzte Zeit“ bestätigt. Mit der formellen Eingliederung des Masterstudiengangs in die Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften wurde im Jahr 2010 die institutionelle Verbindung des Studiengangs zum ZÖSS aufgehoben.

Das „alte“ ZÖSS aber hat sich in seiner Vollversammlung vom 18.01.2011 mit dem Rücktritt von Lars Lambrecht und durch den Beschluss einer neuer Satzung und der Wahl der neuen Leitung durch Prof. Dr. Arne Heise als Zentrum an der Universität Hamburg neu konstituiert. Mit der „Reorganisation“ und notwendigen Satzungsänderung bestimmt nun die eigenständige ZÖSS-Vollversammlung über die Mitgliedschaft, da es keine automatische Mitgliedschaft mehr zwischen dem Masterstudiengang und dem ZÖSS geben kann. Die Forschungsfelder des ZÖSS wurden mit leichten Änderungen bestätigt und werden die Arbeit des ZÖSS auch in der nächsten Zukunft strukturieren:

  1. Sozialökonomie des demokratischen Gemeinwesens [Res Publica];
  2. Transformation und Teilhabe;
  3. Sozialplattform Metropolregion Hamburg: Social cohesion and integration;
  4. Plurale Ökonomik – Paradigmenentwicklung und Anwendung;
  5. Bildung und Weiterbildung im Lebenszusammenhang: Hamburger Biografie- und Lebenslaufpanel [HBLP].