Forschungsfeld I: Sozialökonomie des demokratischen Gemeinwesens

Forschungsgruppe: Prof. Dr. Stefan Breuer, Prof. Dr. Werner Goldschmidt, Prof. Dr. Arne Heise, Prof. Dr. Wulf D. Hund, Prof. Dr. Lars Lambrecht

Die beiden großen Revolutionen der Moderne – die Amerikanische und Französische – haben der politischen Kategorie der Demokratie eine erstaunliche Karriere beschert. Standen ihr seit der Antike alle politischen Theoretiker skeptisch gegenüber, scheint Demokratie heute zu einem „empty signifier“ (Laclau) geworden zu sein, zu einem vereinheitlichenden und zugleich inhaltsbeliebigen Diskurszeichen. Denn gleichen sich doch die unterschiedlichsten, wenn nicht gar gegensätzlichen politischen Positionen in ihrer Berufung auf demokratische Grundüberzeugungen an. Seit Jahren geht schon das Wort von der „Postdemokratie“ (Crouch) um – kennzeichnend nicht nur für ideologiekritische Beliebigkeiten der Postmoderne, sondern besonders auch für reale Gefährdungen demokratisch verfasster Gesellschaften. Für die „Rettung der Demokratie“ geht es auch um die „Rettung ihres Begriffs“ (Sandkühler). Umso wichtiger ist es heute, den sozialtheoretischen Voraussetzungen und konkreten Erscheinungsformen der Demokratie ebenso nachzuforschen wie ihren historischen Transformationen.

Forschungsschwerpunkte

  • Theorie und sozialwissenschaftliche Konstitutionsprinzipien des Politischen und Demokratischen (Verantwortliche: Goldschmidt/Lambrecht)
  • Res Publica - Sozio-ökonomische Rekonstruktion des Gemeinwesen - Skizze eines Forschungsprojektes (In Memoriam Egon Matzner) (Verantwortlicher: Heise)
  • Rechte Ideologie, Antisemitismus, Rassismus (Verantwortliche: Breuer/Hund)