Horst Pöttker übernimmt professoralen Lehrauftrag

06. Aug. 2013 10:42

Prof. Dr. Horst Pöttker wird ab Wintersemester 2013/2014 im Master-Studiengang „Journalistik und Kommunikationswissenschaft“ am IJK der Universität Hamburg lehren.

Prof. Dr. Horst Pöttker, der im Frühjahr 2013 an der TU Dortmund emeritiert wurde, wird im Umfang von sechs Semesterwochenstunden Lehrveranstaltungen zur Medienethik und -kritik sowie zu Theorien des Journalismus anbieten. Er ist außerdem bereit, Masterarbeiten zu betreuen. Mit seinem Engagement an der Universität Hamburg hilft er, die Lücke zu füllen, die nach der Emeritierung von Prof. Dr. Siegfried Weischenberg im Herbst 2013 entsteht. Pöttker wurde für zunächst zwei Semester gewonnen.

„Ich bedanke mich für das Angebot und freue mich auf die Tätigkeit“, sagt Horst Pöttker. „Meine Heimatstadt Hamburg mit ihrer langen Pressetradition, ihrem internationalen Flair und ihren Qualitätsmedien ist ein idealer Ort für die Berufsbildung von Journalisten - zumal sie dort seit langem an einer der größten und fächerreichsten Universitäten Deutschlands sozialwissenschaftlich fundiert wird. Da sieht sogar ein ziemlich hohes Semester wie ich noch Zukunft. Ich hoffe, dass ich der anspruchsvollen Umgebung einigermaßen gerecht werden kann, jedenfalls werde ich mich nach Kräften bemühen.“

Programmdirektor Prof. Dr. Volker Lilienthal begrüßt die Verpflichtung des Hochschullehrers: „Horst Pöttker ist ein renommierter Journalismusforscher und erfahrener Professor. Mit seiner Erfahrung und Sachkunde ist er ein großer Zugewinn für die Lehrkompetenz an unserem Institut. Pöttker, der in Hamburg zur Schule ging, kehrt mit seinem neuen Engagement in der Hansestadt an seine biographischen Wurzeln zurück. Er wird ein Lehrender sein, der für unsere Studierenden ansprechbar ist. Ich freue mich auch persönlich, ihn gewonnen zu haben, weil ich Pöttker schon in meinen eigenen beruflichen Anfängen als Redakteur und Mensch kennengelernt habe.“

Für Horst Pöttker, geboren 1944 in Bad Segeberg, ist es in der Tat eine Rückkehr – an der Universität Hamburg studierte er für einige Semester Deutsche Philologie, Soziologie, Mathematik und Geschichtswissenschaft, bevor er sein Studium in Zürich, Kiel und Basel fortsetzte und mit der Promotion („Zum demokratischen Niveau des Inhalts überregionaler westdeutscher Tageszeitungen“) abschloss. Nach Stationen in der journalistischen Praxis, u.a. als Verantwortlicher Redakteur der Fachzeitschrift „medium“, und in der Wissenschaft, u.a. als Gastprofessor für Ethik des journalistischen Handelns an der Universität Leipzig, wurde er 1996 an der Universität Dortmund zum Universitätsprofessor für „Theorie und Praxis des Journalismus“ ernannt. Zuvor hatte er seine Habilitationsschrift „Entfremdung und Illusion. Soziales Handeln in der Moderne“ vorgelegt und an der Universität-Gesamthochschule Siegen die Venia Legendi für das Fach Soziologie mit dem Schwerpunkt Soziologie der Kommunikation und der öffentlichen Medien erworben.

In seinem wissenschaftlichen Werk beschäftigt sich Horst Pöttker mit der Geschichte des Journalismus und der Kommunikationswissenschaft ebenso wie mit Fragen der journalistischen Berufsethik, der journalistischen Qualität und der medialen Integration von ethnischen Minderheiten. „Wissenschaft und Praxis stehen bei ihm in hautengem Kontakt“, heißt es in der Festschrift, die anlässlich des 65. Geburtstags von Horst Pöttker erschien. „Journalistik ist eine Wissenschaft, die nach seinen Worten den Beruf des Journalisten so begleitet wie die Medizin den Beruf des Arztes oder die Pädagogik den Beruf des Lehrers“, schreibt der Weggefährte Rainer Geißler in seiner Würdigung (Rainer Geißler: Wanderungen zwischen Theorie und Praxis. Notizen zum kurvigen Weg von Horst Pöttker. In: Tobias Eberwein/Daniel Müller (Hrsg.): Journalismus und Öffentlichkeit. Eine Profession und ihr gesellschaftlicher Auftrag. Festschrift für Horst Pöttker. VS Verlag für Sozialwissenschaften Wiesbaden, 2010).